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Washington – Die halbjährliche Zeitumstellung könnte für Millionen Amerikaner bald Geschichte sein. Das US-Repräsentantenhaus hat am Dienstag mit deutlicher Mehrheit für die dauerhafte Sommerzeit gestimmt. Der sogenannte „Sunshine Protection Act“ wurde mit 308 zu 117 Stimmen verabschiedet, unterstützt von Republikanern und Demokraten. Doch das Gesetz ist noch nicht durch: Bevor die Zeitumstellung in den USA Geschichte ist, muss auch der Senat zustimmen. Einen Termin für die Abstimmung gibt es bislang nicht. Sollte die zweite Kongresskammer grünes Licht geben, will Präsident Donald Trump (80) das Gesetz unterzeichnen.

Die Befürworter argumentieren, dass das Ende der Zeitumstellung Millionen Menschen den lästigen Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit ersparen würde. Außerdem bliebe es im Winter abends länger hell. Kritiker warnen: In vielen Regionen der USA würde die Sonne an Wintertagen erst deutlich nach 8 Uhr, teils sogar erst nach 9 Uhr aufgehen. Vor allem für Schulkinder und Berufspendler gilt das als Sicherheitsrisiko.

Warum klappt das in Europa nicht?

Auch die Europäische Union wollte die Zeitumstellung längst abschaffen. Nach einer europaweiten Online-Befragung mit 4,6 Millionen Teilnehmern sprachen sich rund 84 Prozent für ein Ende des Uhrendrehens aus. Daraufhin legte die EU-Kommission 2018 einen Gesetzesvorschlag vor. 2019 stimmte auch das Europäische Parlament zu. Eigentlich sollte die Zeitumstellung schon 2021 Geschichte sein. Doch passiert ist – nichts.

Grund: Die EU-Staaten können sich bis heute nicht darauf einigen, welche Zeit dauerhaft gelten soll. Dauerhafte Sommerzeit oder Winterzeit (Normalzeit)? Hinzu kommt: Würde jedes Land allein entscheiden, drohte ein Flickenteppich verschiedener Zeitzonen. Gerade für Bahnverkehr, Flugpläne, Logistik und den Binnenmarkt problematisch. Deshalb pocht die EU auf eine gemeinsame Lösung. Doch genau an dieser Einigkeit fehlt es bislang. Auch die Bundesregierung hat sich bis heute nicht festgelegt. Das Bundeswirtschaftsministerium verweist darauf, dass Deutschland wegen seiner zentralen Lage in Europa besonders auf eine einheitliche Regelung mit den Nachbarstaaten angewiesen ist.

Solange sich die Mitgliedstaaten nicht einigen, werden die Uhren in Deutschland und den übrigen EU-Ländern weiterhin jedes Jahr am letzten Sonntag im März um eine Stunde vorgestellt und am letzten Sonntag im Oktober wieder zurückgestellt.