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Rostock – Er kam, sah und raubte – jetzt soll er aus der AfD fliegen. Rechtspopulist Sascha Gläser (42), ein verurteilter Bankräuber, will bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern das Direktmandat für die AfD holen. Doch stattdessen will die AfD ihn jetzt loswerden, weil er seine kriminelle Vergangenheit verheimlicht hat.

Gläser wirkt völlig seriös. Gelernter Informationselektroniker, langjähriger Teamleiter und IHK‑Ausbilder. Jetzt AfD-Direktkandidat im Rostocker Wahlkreis 7.

Doch seine Vergangenheit ist problematisch für die AfD. Denn: Am 19. Dezember 2012 um 14.45 Uhr marschiert ein Mann in eine Volksbank in Duisburg-Rumeln. Es ist Sascha Gläser. Am Pult öffnet er seine Jacke, zeigt eine vermeintliche Schusswaffe und fordert von der verängstigten Kassiererin Bargeld. Er wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Doch davon wusste die AfD nichts. Und er verschwieg seine kriminelle Vergangenheit. Bis die „Ostsee-Zeitung“ den Skandal um den Bankraub aufdeckte. Deshalb hat die Rechtspartei laut der Zeitung ein Parteiausschlussverfahren gegen Gläser eingeleitet.

AfD spricht von „erheblichem Vertrauensbruch“

Der Frust über Gläser ist groß bei der AfD in Mecklenburg-Vorpommern. Rostocks AfD-Chef Michael Meister (65) sagt: „Persönlich bin ich enttäuscht, dass er nichts gesagt hat.“ Resozialisierung sei ausdrücklich richtig, betonte Generalsekretär Dario Seifert (32, AfD). Doch dafür müsse man mit seiner Vergangenheit offen umgehen – gerade vor einer Kandidatur. Das Verschweigen sei ein „erheblicher Vertrauensbruch“.

Gläser selbst sieht keinen Regelverstoß: „Rechtlich gesehen müsste ich das nicht.“ Und: „Ich habe mit meiner Kandidatur gegen keine Regeln verstoßen.“

Gläser zieht sich aus freien Stücken zurück – sogar für den Fall eines Wahlsiegs. „Ich wollte die Partei im Wahlkampf nicht schädigen“, sagt der verurteilte Bankräuber. Sein Mandat wolle er dann nicht annehmen. Ob der Parteiausschluss durchgezogen wird, entscheidet das Landesschiedsgericht. Gläser selbst glaubt nicht daran: „Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es wirklich dazu kommt.“