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Washington – Wochenlang lobte Trump, der Iran werde jetzt von „vernünftigen Leuten“ angeführt, die sich mit ihm einigen wollten. Er ließ es sich nicht nehmen, seine Unterschrift unter das Rahmenabkommen im pompösen Schloss von Versailles zu setzen. Doch schon nach 21 Tagen ist der Deal futsch! Die Lage heute: Das US-Militär warf die zweite Nacht in Folge Bomben auf iranische Ziele ab, die Iraner schießen in den Golfstaaten um sich – insbesondere in Kuwait, Katar und Bahrain.

Laut „Wall Street Journal“ (WSJ) bereitete sich Trump am Montagabend (Ortszeit) gerade auf seinen Abflug zum Nato-Gipfel in der Türkei vor, als seine engsten Berater für nationale Sicherheit das Oval Office betraten und von neuen Angriffen des Iran auf Schiffe in der Straße von Hormus berichteten. Das Mullah-Militär hatte Öl- und Gastanker mit Raketen und Drohnen angegriffen, weil sie im Süden der Straße von Hormus gefahren waren und nicht entlang der iranischen Küste im Norden.

Es war nicht der erste Angriff dieser Art seit Inkrafttreten des Rahmenabkommens. Doch wer in diesem Moment mit Trump im Raum war, könnte eine Rolle dabei gespielt haben, dass der US-Präsident dieses Mal anders reagierte als bei ähnlichen Vorfällen zuvor: Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth.

Vielleicht glaubte Rubio nie an den Deal

Verärgert über die Angriffe wollte Trump von seinen Beratern wissen, ob sie glaubten, dass es dem Iran mit dem Abschluss eines endgültigen Abkommens ernst sei. Und kam nach Beratungen schließlich zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall sei.

Insbesondere Rubio, so vermuten es Beobachter, war von Anfang an Gegner einer Einigung mit den Mullahs. Noch während der Gespräche vermittelte er rasch eine Einigung zwischen Israel und dem Libanon, die dem von Trump so gewünschten Iran-Deal entgegensteht: Denn während der Iran auf einem Rückzug Israels aus dem Südlibanon pocht, stimmte die libanesische Regierung plötzlich ausdrücklich der Präsenz israelischer Truppen zu – solange, bis die Terrorgruppe Hisbollah, die von den Mullahs unterstützt wird, im Land nicht entwaffnet ist.

Warum war JD Vance nicht involviert?

Trump fuhr dann mit Rubio und Vance zum Nato-Gipfel nach Ankara – und vollzog auch rhetorisch eine 180-Grad-Wende. Die Iraner seien „böse, kranke Menschen“, sagte er am Mittwoch, „Abschaum“ und „irre“. Er habe sein Leben lang Deals gemacht, aber nachdem er die Iraner kennengelernt habe, wisse er, dass das mit ihnen nicht geht. Die Feuerpause sei „vorbei“.

Wer nicht dabei war: US-Vizepräsident JD Vance (41), der als größter Fürsprecher und Architekt des Iran-Deals gilt. Bei den Verhandlungen in der Schweiz schwärmte er von „großen Schritten Richtung Frieden und einem neuen Nahen Osten“ und watschte anschließend Israel mehrmals ab – nach dem Motto: Sie sollten sich wegen ihrer Sicherheitsbedenken nicht so anstellen.