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Erfurt – Es sind beängstigende Drohungen der linksextremen Szene: Mit Gewalt wolle man den Bundesparteitag der AfD am Wochenende in Erfurt zum Scheitern bringen. Polizei und Staatsschutz nehmen diese Ankündigungen sehr ernst. Sie befürchten Angriffe auf AfD-Politiker und Einsatzkräfte von Hausdächern aus. Konkret sprechen die Staatsschützer von „enthemmter Gewalt“!

Die linksextreme Szene bezeichnet den AfD-Parteitag vorab schon als „Tag X in Erfurt“: Es solle die „größte Mobilisierung in der Geschichte der antifaschistischen Bewegung“ geben, heißt es auf einem Internetportal. Was den Polizisten, die den größten Einsatz in der Geschichte Thüringens planen, zudem großes Kopfzerbrechen bereitet: Vermutlich reisen auch ausländische linksextreme Gewalttäter nach Erfurt.

„Brandsätze und Pyrotechnik“

Ein Staatsschützer zu BILD: „Bei den schweren Ausschreitungen beim G7-Gipfel in Genf wollen deutsche Linksextreme auch antifaschistische Gruppen aus Italien, Frankreich und der Schweiz nach Erfurt eingeladen haben. Wir nehmen das sehr ernst, insbesondere da diese Autonomen häufig gewalttätig gegenüber Einsatzkräften vorgehen – auch mit Brandsätzen und Pyrotechnik. Von immer mehr Linksextremen werden schwerste Verletzungen und sogar Tötungen des politischen Gegners in Kauf genommen.“

Dazu passt, dass deutsche Linksextremisten auf dem Portal „Indymedia“ ankündigen: Ausländische Demonstranten würden „uns an diesem 4. Juli mit ihrer Erfahrung in europäischen Kämpfen unterstützen“. So könne es in Erfurt auch Attacken von Hausdächern aus geben, „die auf der Anfahrtsroute der AfD-Faschisten liegen. Wir werden diese Dächer militant verteidigen und auch von diesen Angriffe ausführen.“

Strategie wie bei G20-Randale

Ähnliche Probleme hatte es 2017 beim G20-Gipfel in Hamburg gegeben, als linksautonome Gewalttäter aus ganz Europa das Schanzenviertel verwüsteten. Dort traute sich die Polizei stundenlang nicht hinein, weil sie befürchtete, von den Dächern mit Brandbomben und Steinen beworfen zu werden. Erst ein Großaufgebot von schwerbewaffneten Spezialeinheiten konnte schließlich die Schanze zurückerobern.

Nun drohen Linksradikale: Die Erfahrungen der letzten Events hätten gezeigt, dass Aktionen „nur auf der Straße“ strategisch keinen Vorteil gegenüber „dem riesigen Heer an Bullen“ böten. Daher setze man nun auf Strategien, die man bei G20 bereits erprobt habe.

Der Staatsschützer: „Es fällt uns auch auf, dass die Extremisten immer konspirativer kommunizieren. Es gibt abgeschottete Kommunikationskanäle, ähnlich wie bei Mafiastrukturen.“ So sollen Demonstranten erst in Erfurt über Aktionen informiert werden, „um den Bullen nicht die Option zu bieten, sich auf Überraschungsaktionen unsererseits vorzubereiten“.

Insgesamt erwartet die Polizei in Thüringen während des Parteitages mehr als 50.000 Gegendemonstranten, darunter mindestens 2500 Gewalttäter und bis zu 10.000 „Blockierer“.