Energiekrise treibt Inflation – Teuerung in Eurozone erreicht Drei-Jahres-Hoch
Die Inflation in der Eurozone ist wegen der hohen Energiepreise im Oktober voraussichtlich auf einen neuen dreijährigen Höchststand gestiegen. Die Preise in den 21 Euro-Ländern stiegen im Jahresvergleich um 4,0 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat mit Sitz in Luxemburg am Mittwoch in einer ersten Schätzung mitteilte. Zuletzt lag die Inflationsrate im September 2023 oberhalb der Marke von vier Prozent.
Energieprodukte verteuerten sich den Statistikern zufolge um 20,8 Prozent, waren also um mehr als ein Fünftel teurer als im Oktober vergangenen Jahres. Die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent, Dienstleistungen verteuerten sich um 3,3 Prozent.
„Inflationsraten in dieser Höhe werden uns angesichts des ungelösten Irankonflikts auch in den nächsten Monaten begleiten“, erklärte die KfW-Ökonomin Stephanie Schoenwald. Erst im kommenden Frühjahr werde die Rate voraussichtlich wieder zurückgehen. Das liegt allerdings daran, dass die Preise bei der Berechnung dann mit den hohen Energiepreisen in diesem Jahr verglichen werden.
Schoenwald erwartet deshalb, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer nächsten Sitzung Anfang Dezember erneut die Leitzinsen erhöht. „Um die europäische Notenbank davon abzubringen, wäre eine markante Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage erforderlich“, erklärte die Ökonomin.
In Deutschland ging die Inflation im Oktober auf 2,8 Prozent zurück. Ausschlaggebend dafür war der Tankrabatt, sodass die Energiepreise in Deutschland insgesamt nicht so stark stiegen wie im Rest der Eurozone. Nur in Malta lag die Inflationsrate mit 2,3 Prozent noch niedriger.
Die höchsten Inflationsraten verzeichneten demnach Litauen (6,1 Prozent), Bulgarien (6,0 Prozent) sowie Griechenland und Italien (beide 5,6 Prozent). Eurostat veröffentlicht Mitte des Monats eine zweite Schätzung mit aktualisierten Daten.