Trappes – Nach den tödlichen Schüssen nahe Paris spricht Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez jetzt ausdrücklich von einem „terroristischen Verbrechen“. „Die Ermittlungen laufen noch, aber es handelt sich eindeutig um ein terroristisches Verbrechen“, sagte Nuñez am Freitagnachmittag in Trappes.
Am Vormittag hatte ein Mann (39) aus einem fahrenden Auto an mehreren Orten das Feuer eröffnet. Ein Mensch wurde getötet, vier weitere wurden verletzt. Unter ihnen ist ein zwölfjähriges Kind, das nach Angaben des Bürgermeisters von La Verrière schwer verletzt wurde. Der mutmaßliche Schütze wurde kurz darauf im nahe gelegenen Coignières festgenommen.
Schütze wollte offenbar „Blutbad“ anrichten
Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Sie leitete ein Verfahren wegen „Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung“ ein. Zudem wird wegen des Besitzes einer Waffe der Kategorie A und der Beteiligung an einer terroristischen kriminellen Vereinigung ermittelt.
Der Täter hatte zunächst in Trappes, später auch im benachbarten La Verrière geschossen. Laut „Le Monde“ feuerte er unter anderem auf eine Tankstelle, ein medizinisches Zentrum, einen Kindergarten und einen Spielplatz. Der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, sagte BFMTV, der Mann habe offenbar wahllos geschossen und ein „Blutbad“ anrichten wollen.
Auch ein rassistischer Hintergrund wird untersucht. Laut Staatsanwaltschaft könnte die Tat mit der tatsächlichen oder vermeintlichen Herkunft, Ethnie, Nationalität oder Religion der Opfer zusammenhängen.