Berlin – Wer zieht 2027 ins Schloss Bellevue? Jetzt kommt Bewegung in die Suche nach einem Nachfolger für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70). Der frühere Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio (72) zeigt sich offen für das höchste Staatsamt. Im F.A.Z.-Einspruch-Podcast machte er deutlich, dass er sich einem Ruf aus der Politik nicht verschließen würde: „Wenn diese Republik zu einem Amt ruft, sagt man als Verfassungsrechtler, als Staatsrechtler nicht Nein“, sagte Di Fabio.
Damit heizt der Jurist die Spekulationen um die Steinmeier-Nachfolge kräftig an. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wird Di Fabio in CDU-Kreisen als möglicher Kandidat gehandelt. Bislang hatte sich der frühere Verfassungsrichter zu den Gerüchten nicht öffentlich geäußert.
Doch Di Fabio dämpfte zugleich die Erwartungen. Die politische Lage werde sich vermutlich „anders sortieren“, sagte er im Podcast.
SPD könnte zum Knackpunkt werden
Di Fabio gilt als profilierter Staatsrechtler. Der gebürtige Duisburger mit italienischen Wurzeln war von 1999 bis 2011 auf Vorschlag der CDU Richter am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Heute ist er Seniorprofessor für öffentliches Recht an der Universität Bonn.
Ob Di Fabio tatsächlich kandidiert, dürfte auch von den politischen Mehrheiten abhängen. Eine Zustimmung der SPD gilt als fraglich: Die Partei setzt sich für eine Frau an der Spitze des Staates ein.
Am 30. Januar 2027 kommt die Bundesversammlung im Deutschen Bundestag zusammen. Sie wählt dann das neue Staatsoberhaupt. Steinmeiers zweite Amtszeit endet mit Ablauf des 18. März 2027.