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Devon (England) – Die frühere Justizministerin von Großbritannien, Ann Widdecombe (78), ist am Donnerstag tot in ihrem Haus aufgefunden worden. Die Polizei geht von einem Mord aus!

Die 78-jährige ehemalige konservative Abgeordnete und Brexit-Befürworterin hatte „schwere Verletzungen“, als sie auf dem Anwesen in Haytor am Rande des Dartmoor-Nationalparks im Südwesten von England entdeckt wurde, wie die Polizei erklärte. Nach Informationen der „Daily Mail“ soll die Frau mit eingeschlagenem Kopf in einer Blutlache gelegen haben.

Tatverdächtiger (26) festgenommen

Ein Mann, der unter dringendem Verdacht steht, Ann Widdecombe getötet zu haben, ist am Freitag in der nahegelegenen Stadt Newton Abbot festgenommen worden, berichtete „The Independent“. Nach der Tat war er offenbar zunächst geflüchtet. Dabei soll es sich um einen 26-Jährigen handeln. Zuvor hatte die Polizei nach einem „weißen Mann“ gefahndet.

„Unsere Ermittlungen befinden sich noch in einem frühen Stadium, schreiten aber mit hohem Tempo voran“, sagte ein Polizeisprecher. Man setze alle Mittel ein, um die Umstände des Mordes aufzuklären. Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass das Verbrechen politisch motiviert war.

Sie starb nach einem Auftritt im Radio

Premierminister Keir Starmer (63) forderte zuvor die Menschen auf, politische Differenzen beiseite zu lassen. „Das sind wirklich schockierende Nachrichten, und meine Gedanken – ich glaube, die Gedanken von uns allen – sind in dieser schrecklichen Zeit bei der Familie und den Freunden von Ann Widdecombe“, so Starmer.

Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Parlament und saß später für die Brexit-Partei im Europäischen Parlament, wo sie sich vehement für den EU-Austritt einsetzte. Die Politikerin vertrat ultrakonservative Ansichten: So forderte sie etwa die Wiedereinführung der Todesstrafe, sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und die Selbstbestimmung von Transpersonen über deren Geschlecht aus.

Auch im britischen Unterhaltungsfernsehen war sie keine Unbekannte: Widdecombe trat u. a. bei der Tanzshow „Strictly Come Dancing“ und „Celebrity Big Brother“ auf. Am Mittwoch, einen Tag vor ihrem Auffinden, sei sie noch zu Gast in der Radiosendung „Talk“ gewesen.