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München – Diese Studie ist politischer Sprengstoff! BILD am SONNTAG berichtete vorab über neue Erkenntnisse zur Klimabilanz von E-Autos, die Spitzenwissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) am Dienstag vorstellen wollen. Hauptkritikpunkt der Top-Wissenschaftler: E-Autos sind nicht CO2‑frei und damit auch nicht klimaneutral! Die EU-Klimastrategie sei deshalb grundlegend fehlgesteuert.

Batterieelektrische Fahrzeuge, so heißt es in der Studie (Zusammenfassung liegt BILD vor), reduzierten im Vergleich zum Verbrenner die CO₂‑Belastung im Durchschnitt nur um 41 Prozent. CO₂-Emissionen ausschließlich am Auspuff zu messen, sei wissenschaftlich nicht haltbar. Denn dabei bleiben die klimaschädlichen CO₂‑Emissionen unberücksichtigt, die bei der Beschaffung von Rohstoffen, der Produktion, im Betrieb und beim Recycling von E-Autos entstünden.

Damit droht neuer Streit. Erst im Dezember hatten die Konservativen im EU-Parlament ein Teil-Aus vom Verbrenner-Aus 2035 erstritten. Doch vielen deutschen Politikern geht der Kompromiss nicht weit genug. Einer ihrer Wortführer, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), sagt zu BILD: „Einmal mehr wird klar: Es braucht dringend das echte Aus vom Verbrenner-Aus der EU. Das belegt jetzt auch die Wissenschaft.“

Söder: „Europa braucht das Auto“

Starre Verbote seien ineffektiv, so Söder weiter: „Europa braucht das Auto. Natürlich gibt es eine Transformation – aber besser durch Technologieoffenheit statt durch Verbote.“ Dahinter steht der Kampf für den gebeutelten Autostandort Deutschland. Söder: „Wir dürfen unsere wichtigste Industrie nicht immer weiter selbst schwächen. Kommission und Parlament müssen ein klares Signal senden: Ja zum Auto!“

Auch die Wissenschaft schlägt längst Alarm: Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts, über die BILD exklusiv berichtete, könnten bis 2040 in ganz Europa rund 726.000 von 1,6 Millionen Arbeitsplätzen in der Autoindustrie wegfallen. Das entspricht einem Rückgang um ganze 45 Prozent. Der Großteil der Jobs fällt laut Studie schon bis 2035 weg – dem Jahr, ab dem in der EU kaum noch neue Verbrenner zugelassen werden dürfen.

„Chance, den Fehler zu korrigieren“

Klartext auch vom Verband der Deutschen Autoindustrie. VDA-Präsidentin Hildegard Müller (59) zu BILD: „Jede Technologie kann ihren Beitrag für klimafreundlichen Verkehr leisten. Unsere Industrie arbeitet an unterschiedlichen Lösungen für unterschiedliche Herausforderungen.“ Entscheidend sei jetzt, dass „Brüssel anerkennt, dass dieser Mix auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität der zielführende Weg ist – und nicht die Festlegung auf eine Option“.

Jens Gieseke (55, CDU), verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament, sieht die Studie als Bestätigung der eigenen Linie, sagt zu BILD: „E‑Autos als 0-Emissionsfahrzeuge zu werten, war ein ideologischer Irrweg von Kommissionsvize Frans Timmermans und seiner Truppe. Wir waren immer für Lebenszyklusberechnung und gegen die Auspuffmethode.“ Jetzt gebe es die „einmalige Chance, den Fehler zu korrigieren“.