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Berlin – Jetzt ist es amtlich: Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach GANZ Russland. Bisher wurde lediglich vor Reisen in die Grenzgebiete zur Ukraine gewarnt. Nach BILD-Informationen sollen die bisher geltenden Hinweise des Amtes noch am Dienstag um eine Stufe verschärft und auf das ganze Land ausgeweitet werden. Offizielle Begründung: „In der Russischen Föderation ist mit erheblicher Gefährdung durch Drohnen bzw. Drohnen-Trümmerteile zu rechnen.“

Weiter heißt es in dem Text (liegt BILD vor), der am Dienstagabend veröffentlicht werden soll: „Das Abwehrsystem um Moskau wurde zwar deutlich ausgebaut; dennoch ist es infolge von Drohnenangriffen bzw. aufgrund herabfallender Wrackteile zu teilweise erheblichen Schäden gekommen.“ Auch vor Spritmangel warnt das Auswärtige Amt: „Aufgrund von Beschädigungen russischer Raffinerien kommt es zu Engpässen in der Kraftstoffversorgung; teilweise gibt es Mengenbeschränkungen bei der Kraftstoffausgabe, auch in Moskau.“

Besonders hoch sei die Gefahr „in den an die Ukraine grenzenden Verwaltungsgebieten (Belgorod, Kursk, Brjansk, Woronesch, Rostow, Krasnodar)“, heißt es in dem Warnhinweis weiter.

Angriffe treffen ganz Russland

Die aktuellen intensiven Drohnenangriffe auf Russland sind Teil einer breiteren ukrainischen Strategie. Seit Jahresbeginn wurden zudem die Schläge gegen russische Raffinerien und Energieanlagen intensiviert. Ende Mai kündigte die ukrainische Führung einen „Logistics Lockdown“ gegen die russische Armee an. Ziel ist es, Nachschubwege und Versorgungslinien systematisch zu stören. Mit der Operation „Spiderweb“ demonstrierte die Ukraine zudem ihre Fähigkeit, Ziele tief im russischen Hinterland anzugreifen. Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) kündigte zuletzt eine 40-tägige Kampagne zur Verstärkung der Angriffe auf russische Militär- und Logistikziele an. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden allein in der Nacht zu Dienstag 419 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Nur auf Moskau sollen nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin (68) 50 Drohnen zugeflogen sein.