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Düsseldorf/Geldern – Sie schrieben sich zärtliche WhatsApp-Nachrichten über ein verstecktes Handy und bauten einen Drogenhandel im Gefängnis auf: Jetzt sitzt eine Bedienstete (31) der JVA Geldern (NRW) in Untersuchungshaft, und ihr Knast-Lover wurde abgeschoben. Es ist der bizarre Höhepunkt zahlreicher JVA-Skandale im Bundesland von Hendrik Wüst (51, CDU).

Rückblick: Vor drei Wochen wurde die Vollzugsbeamtin verhaftet, in Handschellen aus dem Gefängnis in Geldern am Niederrhein abgeführt. Der Vorwurf damals: der Verdacht des gewerbsmäßigen Handelns mit Drogen und der Bestechlichkeit. Erst jetzt kommt heraus, was da wirklich lief.

Laut einem noch unveröffentlichten Bericht des Justizministeriums (liegt BILD vor) hatte die JVA-Chefin im Sommer einen Häftling (29) angezeigt. Er soll offenbar eine Wärterin bestochen haben. Der Knacki soll – so der erste Verdacht – Infos über Mitinsassen und Bedienstete von der Frau bekommen haben. Außerdem soll die Vollzugsbeamtin ein Paket mit 20 iPhones gegen 5000 Euro Bezahlung in die Anstalt (679 Plätze) geschmuggelt haben.

Die Polizei ermittelte verdeckt, fand heraus: Der Häftling hatte mit drei anderen Insassen einen regen Handel mit eingeschmuggelten Handys und Drogen hinter Gittern aufgezogen. Trotz der laufenden Ermittlungen wurde der Türke laut Bericht des Justizministers am 9. September abgeschoben.

Tatverdacht wegen Bestechlichkeit und Bestechung

Vier Wochen später dann der Zugriff: Die Polizei durchsuchte Wohnung, Auto und Arbeitsplatz der Knast-Wärterin – und auch die ehemalige Zelle des abgeschobenen Türken. Dort fand man das Handy und „eine weitreichende Kommunikation zwischen der beschuldigten Justizbediensteten und ihm über den Messenger WhatsApp“, so Justizminister Benjamin Limbach (57, Grüne) in seinem Bericht.

Aus den WhatsApp-Nachrichten ergab sich laut Limbach „neben einer offensichtlichen Liebesbeziehung zwischen diesen beiden Beschuldigten“ der dringende Tatverdacht wegen Bestechlichkeit und Bestechung. In Tateinheit mit „gewerbs- und bandenmäßigem Handeltreiben mit psychoaktiven Stoffen“ sowie mit anderen Drogen „in nicht geringer Menge“.

Bei der JVA-Bediensteten sicherten die Behörden ein Vermögen von 22.500 Euro. Die 31-Jährige schweigt bislang zu den Vorwürfen. Außer ihr wird noch gegen die drei Komplizen des Lovers ermittelt. Warum der Türke mitten in dem laufenden Verfahren abgeschoben wurde, ist unklar.