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Ceuta (Spanien) – Nach dem dramatischen Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta hat sich die bedrohliche Lage offenbar früher als erwartet entspannt. Spaniens Außenminister José Manuel Albares (53) meldete am Freitagabend über den Nachrichtendienst X: „Praktisch alle, die nach Ceuta gekommen sind, sind bereits nach Marokko zurückgekehrt.“ Die Situation habe sich demnach normalisiert.

Das spanische Innenministerium in Madrid hatte berichtet: Rund 50.000 Migranten kamen seit Donnerstag über die Grenze oder schwammen nach Ceuta. 48.300 davon seien mittlerweile freiwillig in ihre Heimat Marokko zurückgekehrt. Die Regionalregierung in Ceuta sprach zuvor sogar von 60.000 Migranten – so viel wie etwa 70 Prozent aller Einwohner der Exklave.

Die Bilanz des Ansturms bleibt furchtbar: Große Teile der Hafenstadt sind noch immer völlig vermüllt, teilweise wurde in Ceuta randaliert. Außerdem starben zahlreiche Migranten im Meer, andere wurden bei einer Massenpanik tödlich verletzt. Insgesamt gab es nach Polizeiangaben mindestens 57 Tote. So viele, dass die Kühlräume nicht reichen. Die Stadt muss zusätzliche Räume für die Leichen einrichten.

Warum kehrten so viele um?

In Ceuta selbst kehrt die Normalität zurück. BILD-Reporter Dimitri Soibel berichtet von vor Ort: Die Restaurants haben wieder geöffnet, das Leben läuft weiter. Ein Grund für die schnelle Rückkehr vieler Migranten war wohl auch, dass sie keine Bleibeperspektive hatten. Ein Migrant aus Marokko erzählt der Nachrichtenagentur AP: „Ich habe hier keine Möglichkeit gefunden, also muss ich zurück.“ Viele Migranten hatten in den letzten Tagen in Parks oder auf Bürgersteigen geschlafen.

Italien setzte als Reaktion auf das Ceuta-Drama das Schengen-Abkommen mit Spanien für einen Monat aus – kontrolliert werden dabei aber nur Nicht-EU-Bürger, die per Flieger oder Schiff einreisen. Spaniens Außenminister Albares kontert auf X scharf: „Die Integrität des Schengen-Raums ist absolut garantiert. Schluss mit der interessengeleiteten Verwirrung!“ Deutschlands Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Grenzkontrollen verlängert.

Die Linke hatte am Freitag verlangt, dass Deutschland Migranten aus der spanischen Exklave Ceuta aufnimmt. „Jetzt zählt zuerst, dass niemand mehr stirbt“, erklärte Fraktionsvize Clara Bünger (40).