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Washington (USA) – Der Machtkampf zwischen US-Präsident Donald Trump und den großen amerikanischen Fernsehsendern eskaliert weiter: Das US-Justizministerium untersucht jetzt laut einem Medienbericht, ob mehrere TV-Netzwerke mit ihrem gemeinsamen Boykott gegen das Kartellrecht verstoßen haben. Betroffen sind demnach die Sender ABC, CBS, CNN, NBC und Fox News. Das Ministerium soll die Unternehmen bereits kontaktiert und Unterlagen zum Fernseh-Pool des Weißen Hauses angefordert haben.

Auslöser ist ein seit Wochen schwelender Medienstreit, der im September seinen Höhepunkt erreicht hatte: US-Präsident Trump entzog CNN, MSNBC und Politico (gehört wie BILD zu Axel Springer) die Akkreditierungen für das Weiße Haus und warf den Medienhäusern vor, gezielt Falschnachrichten zu verbreiten. Die betroffenen Häuser zogen daraufhin vor Gericht – und bekamen von einem Bundesrichter recht.

Boykott der Sender hat Nachspiel

Zugleich setzten ABC, CBS, NBC und Fox News aus Solidarität vorübergehend ihre gemeinsame TV-Pool-Berichterstattung mit CNN über Termine und Reisen des Präsidenten aus. Die Sender berichteten zwar weiterhin über Trump, verweigerten jedoch zeitweise die übliche Pool-Abdeckung. Genau dieser Schritt steht nun im Fokus der Wettbewerbshüter.

Der TV-Pool spielt in Washington eine wichtige Rolle: Die großen Sender wechseln sich bei der Begleitung des Präsidenten ab, teilen die entstehenden Kosten und stellen Bild- und Tonmaterial anschließend auch den anderen Medien zur Verfügung. So wird sichergestellt, dass auch bei begrenztem Platz umfassend über das Weiße Haus berichtet werden kann.

Trump startete eigenen TV-Sender

„Gemeinschaftliche Boykotte unter Wettbewerbern können gegen das Kartellrecht verstoßen“, erklärte Sprecherin Emily Covington. Die Kartellabteilung untersuche deshalb, ob die beteiligten Nachrichtenunternehmen gegen geltendes Recht verstoßen hätten. ABER: Ein Gesetzesverstoß wurde bislang noch nicht festgestellt. Die betroffenen Fernsehsender wollten sich zu den Ermittlungen zunächst nicht oder nur knapp äußern.

Mitten im Boykott-Zoff hatte das Weiße Haus den eigenen Online-Kanal „Trump TV“ gestartet, der rund um die Uhr Inhalte des Präsidenten verbreitet. Der Sender ging während des Boykotts der fünf TV-Netzwerke auf Sendung und kann als Versuch gewertet werden, die Öffentlichkeit direkt zu erreichen. Klar ist: Trump führt seinen Schlagabtausch mit kritischen US-Medien immer härter. Jetzt hat er eine neue Runde eingeläutet.