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Washington – Dem Iran droht Donald Trump immer wieder mit „vernichtenden, harten Angriffen“. Die Frage ist inzwischen aber: mit welchen Raketen? Die Vorräte sollen laut US-Medien auf Tiefstände gefallen sein. Rund 67 Prozent der Patriot-Abfangraketen und fast die Hälfte beim Langstrecken-System THAAD seien verbraucht. Dem Präsidenten soll deshalb jetzt der Kragen geplatzt sein! Am Rande einer Kabinettssitzung in Camp David soll es zu einer lautstarken Auseinandersetzung mit Kriegsminister Pete Hegseth gekommen sein.

Wie die „Washington Post“ berichtet, wollte Trump von Hegseth wissen, warum er über die dramatischen Engpässe nicht vollständig informiert worden sei. Er habe geglaubt, das Munitionsproblem sei längst „gelöst“. Sogar von „Täuschung“ soll die Rede gewesen sein, berichten zwei anonyme Quellen laut der Zeitung. Sowohl das Weiße Haus als auch das Pentagon wiesen die Berichte als unwahr zurück.

Die Raketenkrise könnte der wahre Grund sein, warum Trump den zuletzt angedrohten Großangriff auf den Iran (O-Ton Trump: „größter Militärschlag seit dem Zweiten Weltkrieg“) kurz vorher absagte. Offiziell erklärte der Präsident, der Iran habe ihn „angefleht“, es nicht zu tun, und die Golfstaaten hätten ihn um Zurückhaltung gebeten.

USA griffen im Iran 13.000 Ziele an

Tatsächlich könnte Trump die US-Streitkräfte überdehnt haben. Allein in seiner zweiten Amtszeit griffen die USA Ziele in sieben Ländern an – Jemen, Somalia, Syrien, Iran, Irak, Nigeria und Venezuela. Im Iran-Krieg bombardierten die Amerikaner mehr als 13.000 Ziele. Zugleich mussten sie rund 8500 iranische Gegenangriffe abwehren.

Enorm war der Verbrauch besonders im ersten Kriegsmonat: Die USA feuerten laut Berichten mehr als 850 Tomahawk-Marschflugkörper sowie über 1000 Patriot- und THAAD-Abfangraketen ab. Zusätzlich wurden in den ersten Kriegswochen mehr als 1300 taktische ATACMS-Raketen eingesetzt. Der Bestand soll inzwischen nahezu leer sein.

Trump sucht die undichten Stellen

Der Nachschub läuft nur langsam an. Rüstungsfirmen fahren zwar die Produktion hoch, doch laut Experten dürfte es Jahre dauern, die Reserven wieder aufzufüllen. Damit sind Trump im Iran-Konflikt militärisch zunehmend die Hände gebunden. Neben dem berichteten Wutausbruch gegenüber Hegseth soll der Präsident nun auch eine Jagd auf „Leaker“ („Maulwürfe“) angeordnet haben, die geheime Bestandszahlen öffentlich machten, berichtet „Newsweek“.

Für den früheren US-Militärgeheimdienstler Michael Pregent ist Trumps Frust nachvollziehbar: „Der Raketenschwund bestärkt Iran und signalisiert auch Russland, Nordkorea und China, dass die USA möglicherweise nicht in der Lage sind, langfristige Militäroperationen gegen einen Gegner mit großen Raketen- und Flugkörperarsenalen durchzuhalten“, sagte er zu BILD.