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Washington – Der Ton wird rauer. Die Umfragen werden schlechter. Und Donald Trump (80) pöbelt. Nur wenige Tage vor den wichtigen Zwischenwahlen in den USA geht der Präsident einen Journalisten frontal an. Reuters-Reporter Jacob Bogage will wissen, ob Trumps abgesagter Wahlkampf-Auftritt in Kansas etwas mit seiner Gesundheit und den vielen Reisen zu tun habe. Die Antwort des Präsidenten: persönlich und brutal.

„Du bist krank, so eine Frage zu stellen“, schimpft Trump. Dann nimmt er sich das Aussehen des Reporters vor: „Schau dir diesen Typen an. Er ist völlig außer Form.“ Schließlich legt er nach: „Du bist widerlich. Bring dich in Form. Du siehst aus wie die Hölle.“

Zeigt sich hier sein Ärger über die miesen Umfragen?

Vor der Wahl am 3. November steckt der Präsident politisch tief im Umfrage-Keller. Eine Umfrage sah seine Zustimmung zuletzt bei nur 33 Prozent, seine Republikaner könnten sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus die Mehrheit verlieren.

Besonders bitter für ihn: Das Thema, mit dem er 2024 erfolgreich Wahlkampf machte, wird zur Achillesferse: die Preise. Trump hatte versprochen, die Lebenshaltungskosten zu drücken. Doch davon spüren viele Amerikaner wenig. Laut Fox-News-Umfrage nennen sechs von zehn Wählern die Lebenshaltungskosten als ihre größte wirtschaftliche Sorge. Nur 22 Prozent unterstützen Trumps Umgang mit der Inflation, 77 Prozent sind unzufrieden.

Bei einem anderen Hauptthema seines Wahlkampfs hat er aber geliefert: der Kampf gegen die illegale Migration. Die Zahl der Aufgriffe an der Grenze zu Mexiko sank um rund 91 Prozent. Hier kann Trump also einen klaren Erfolg vorweisen. Bei seinem Versprechen sinkender Preise dagegen nicht.

Trump: Norwegen ist ein „Drecksloch-Land“

Auffällig ist: Je näher die Wahl rückt, desto heftiger werden seine verbalen Ausfälle. Bei einem Auftritt in Michigan pöbelte Trump gerade gegen Norwegen, weil er erneut nicht den Friedensnobelpreis bekommen hatte: Norwegen sei „scheiße“ und ein „Drecksloch-Land“, wütete er. Dabei entscheidet nicht die norwegische Regierung über den Friedensnobelpreis, sondern das unabhängige Nobelkomitee.

Die Zwischenwahlen entscheiden über Trumps letzte zwei Amtsjahre. Entweder regiert er mit einem republikanischen Kongress weiter – oder die Demokraten erschweren ihm die Arbeit. Und wenige Tage vor dieser Entscheidung zeigen die Umfragen für ihn nur in eine Richtung: nach unten.