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Oberhausen (NRW) – Die nächste Pleite im deutschen Einzelhandel! Der Non-Food-Discounter Kodi hat erneut Insolvenz angemeldet. Diesmal sollen weitere rund 50 der aktuell 150 Filialen dichtmachen.

Das Unternehmen stellte beim Amtsgericht Halle (Saale) einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Ziel ist es, den Fortbestand der Kette aus Nordrhein-Westfalen, wo sich auch die meisten Standorte des Discounters befinden, zu sichern.

So viele Mitarbeiter sind betroffen

Für viele Mitarbeiter ist die Nachricht ein Schock. Kodi beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1200 Menschen. Mit den Filialschließungen fallen auch Arbeitsplätze weg. Welche Standorte mit wie vielen Beschäftigten betroffen sind, steht bisher noch nicht fest, so die Antwort des Unternehmens auf eine Anfrage von BILD.

Das sagt der Chef der Discounter-Kette

Kodi-Geschäftsführer Fabian Grund macht kein Hehl aus der schwierigen Situation: „Die Ausgangslage ist allerdings nicht einfach – das müssen wir ganz offen sagen“, sagt er in einer Pressemitteilung. Der Chef verweist auf die schwierigen Bedingungen im deutschen Einzelhandel. „Wir konnten unser vorangegangenes Sanierungsverfahren erfolgreich abschließen und den Geschäftsbetrieb stabilisieren“, erklärt er. Doch: „In den vergangenen Monaten haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einer Dynamik und Intensität verschärft, die zum damaligen Zeitpunkt nicht absehbar waren und unsere Situation erneut erheblich belasten.“

Die Gründe für die Insolvenz

Neben einer unverändert schwachen Konsumstimmung belastet insbesondere der zunehmende Wettbewerbsdruck durch Online-Händler die beliebte Discounter-Kette. Dazu kommen hohe Kosten für Energie, steigende Lohnnebenkosten und teure Mieten.

Wie es für das Unternehmen weitergeht

Für Kunden soll sich trotz Insolvenz zunächst nichts ändern. Der Geschäftsbetrieb wird nach Angaben des Unternehmens an allen Standorten ohne Einschränkungen fortgeführt. Auch die Gehälter der Beschäftigten sind zunächst gesichert. Bis September 2026 greift das Insolvenzgeld.

Krise im deutschen Einzelhandel

Es ist nicht die erste Krise des Discounters. Bereits 2024 hatte Kodi ein Schutzschirmverfahren beantragt. Damals schrumpfte das Filialnetz von rund 240 auf 150 Standorte, mehr als 500 Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz. Erst im Februar dieses Jahres hatte die Muttergesellschaft zudem den Non-Food-Discounter Mäc Geiz übernommen. Die Kette mit mehr als 180 Filialen stellte im Mai ebenfalls einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale), auch dort stehen Filialschließungen im Raum.