TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Oberhausen/Halle an der Saale – Wer Kerzen, Deko, Weihnachtsbaumkugeln oder einen neuen Kochlöffel zum kleinen Preis brauchte, landete oft bei Kodi. Doch jetzt werden die Wege zur nächsten Filiale weiter: Die insolvente Handelskette schrumpft schon wieder drastisch. Vor allem in Nordrhein-Westfalen. Knapp jeder dritte Laden schließt, 265 Beschäftigte verlieren ihren Job. Auch die Zentrale in Oberhausen ist betroffen.

43 der zuletzt noch 144 Filialen und die Zentrale in Oberhausen machen endgültig dicht. Für die bisherige Kodi Handels GmbH eröffnete das Amtsgericht Halle (Saale) am Donnerstag das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. 265 Mitarbeitern wurde gekündigt. Als Kodi am 12. August den Insolvenzantrag stellte, sollten zunächst 19 Filialen der Discounterkette schließen. Nun fällt der Kahlschlag deutlich größer aus.

„Es ist bedauerlich, dass es für diese Standorte keine wirtschaftlich tragfähige Lösung gibt und dadurch Arbeitsplätze verloren gehen“, sagt Geschäftsführer Fabian Grund. Betroffen sind vorrangig Jobs in Nordrhein-Westfalen. Gleichzeitig übernimmt die neue Kodi Retail GmbH 100 Standorte und führt die Marke weiter. Hinter dem Unternehmen steht eine internationale Investorengruppe. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.

Diese Kodi-Läden machen dicht

Geschlossen werden Kodi-Märkte in folgenden Städten:

Bei einem weiteren Standort steht die Entscheidung noch aus.

Auch Mitbewerber von Insolvenzen betroffen

Der Kodi-Generalbevollmächtigte Rechtsanwalt Dirk Andres sprach von einer tragfähigen Lösung in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, denn die Krise bei Kodi schwelt schon länger. Nach dem Schutzschirmverfahren Ende 2024 wurden im Frühjahr 2025 bereits rund 80 Filialen geschlossen. Nun rollt die nächste Schließungswelle.

Der Einzelhandel schlingert: Auch der Ex-Konkurrent Mäc-Geiz meldete nach der früheren Übernahme durch Kodi Anfang August Insolvenz an. Außerdem machte auch die Deko-Kette Depot dicht. Und es erwischte u.a. die Baumarktkette Hellweg und die Baywa Bau- und Gartenmärkte. Alle nannten sinkende Konsumlaune, steigende Energie- und Lohnnebenkosten sowie hohe Mieten als Gründe.