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Cherson – Gemüsehändler Yurii (52) in Cherson will nur Tomaten und Auberginen verkaufen. Dann beginnt die tödliche Jagd aus der Luft. „Wir hatten gerade begonnen, die Kisten herauszuholen. Meine Frau war auch dabei. Wir hörten ein Summen“, berichtet der Mann jetzt in dem Video auf der Nachrichtenplattform X. Vor seinem Transporter stehen Pappkisten, daneben ein grüner Sonnenschirm. Sekunden später wird aus dem Verkaufsstand ein Schauplatz des Schreckens.

Als der Gemüsehändler die Drohne bemerkt, versucht er verzweifelt, dem Piloten zu zeigen, dass er kein Soldat ist. „Ich habe dem Piloten der ferngesteuerten Drohne zeigen wollen, dass ich Gemüse transportierte und kein militärisches Gerät. Ich habe angefangen zu laufen und bin gegen das Fahrzeug geprallt. Ich kam in die Flugbahn der Drohne, sie stieß gegen mich, ich stürzte“, erzählt der Mann.

Ein in sozialen Netzwerken veröffentlichtes Video zeigt die dramatischen Szenen: Der Mann sucht Schutz hinter seinem Transporter, rennt um das Fahrzeug herum, doch die Drohne verfolgt ihn unerbittlich. Schließlich explodiert sie direkt neben ihm. Der Gemüsehändler überlebt den Angriff mit Splitterverletzungen und einer Gehirnerschütterung.

Yuri erzählt, dass das nicht der erste Vorfall gewesen sei. Schon einmal sei er zusammen mit seiner Frau unter Beschuss geraten. „Wir fuhren zu meiner Schwiegermutter“, sagt er. Danach musste er das völlig demolierte Auto reparieren. „Wir haben nichts anderes, um zu arbeiten und das Gemüse zum Markt zu bringen.“

Selenskyj spricht von „Drohnen-Safari“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) wirft Russland nach dem Vorfall eine gezielte Jagd auf Zivilisten in der südukrainischen Stadt vor. „Heute hat ein weiteres Video der Drohnen-,Safari’, die die Russen gegen Zivilisten in Cherson führen, viele schockiert“, schreibt Selenskyj in sozialen Medien. Er behauptet, solche Angriffe gehörten dort zum Alltag. Später erklärte er zudem, russische Soldaten hätten „Freude daran, Zivilisten zu töten und zu misshandeln“.

Auch der ukrainische Außenminister Andryj Sybiha (51) erhebt schwere Vorwürfe gegen Moskau. Auf X spricht er von einem „barbarischen Kriegsverbrechen Russlands“. „Es handelt sich um eine vorsätzliche und systematische Strategie Russlands. Sie wissen genau, was sie tun“, erklärte der Minister.