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Wien/Berlin – Unser Urlaubsland Österreich: laut Hymne „Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome“. Und nun auch Land des Billig-Tankens. Schon jetzt ist bei unserem Urlaubs-Nachbarn Super-Benzin deutlich billiger (am Mittwoch um 1,85 €/Liter; Deutschland: 2,34 €/Liter). Und nun legt der Staat noch mal was drauf: Die Regierung senkt den Literpreis nochmals um 12 Cent! Österreich – jetzt auch Traumziel für Tanktouristen.

Und was ist mit uns Piefkes?

Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker (66, ÖVP) begründet dies gegenüber BILD mit Donald Trumps Krieg an der Straße von Hormus: „Die Eskalation im Nahen Osten und die damit verbundene Trumpflation haben wieder zu einem deutlichen Anstieg der Spritpreise geführt. Wir steuern entgegen und bringen eine neue Spritpreisbremse auf den Weg. Dadurch sinken die Preise an der Zapfsäule und die Autofahrerinnen und Autofahrer werden spürbar entlastet.“

Schön für die „Ösis“. Aber was ist mit uns „Piefkes“? Bei uns soll der alte Tankrabatt wieder rausgekramt werden: Ab dem 1. Oktober soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent je Liter sinken. Weil damit zugleich weniger Mehrwertsteuer anfällt, dürfte der Spritpreis insgesamt um rund 17 Cent je Liter zurückgehen. Doch weil die Österreicher nun schon wieder vorpreschen, holen wir zwar ein paar Cent auf – liegen aber weiter zurück. Diskutiert wird noch über den von der SPD gewünschten und in der Union verhassten Spritpreisdeckel (Funktionsweise noch unklar). Der könnte – im Fall einer Einigung – zum 1. Januar kommen. Könnte …

Also: Für Deutschland gilt ab kommendem Donnerstag der 17‑Cent-Rabatt pro Liter. Und was machen die Österreicher anders? Das hier: Österreich erhebt knapp 27 Cent weniger Steuern. Als Sondermaßnahme wird die Mineralölsteuer für den September um 1,9 Cent je Liter gesenkt. Der Nettopreis liegt allerdings auch wie in Polen und Tschechien knapp 20 Cent unter dem von Deutschland. Vorteil Österreich: „Mittelmeeranrainer liegen preislich teilweise günstiger. Sie beziehen viel Öl aus Nordafrika“, so Thomas Puls (52), Senior Economist für Verkehr im Institut der deutschen Wirtschaft. Die Leitungen aus Italien versorgen auch Österreich und sogar Bayern.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hatte den Tankrabatt für Deutschland „ein starkes Signal für unser Land“ genannt und gegen Kritik etwa von Ökonomen verteidigt. Die Bürger würden trotz der angespannten Haushalte bei Bund und Ländern um 2,5 Milliarden Euro entlastet. Das sei, so Merz, „kein Pappenstiel“. Sein Kanzler-Kumpel Stocker (man traf sich am Tegernsee im Kanzler-Urlaub) hat trotzdem den billigeren Sprit.