TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Drückend, schwül und potenziell gefährlich: Heute startet eine mehrtägige Tropen-Hitzewelle! Während der Norden und Osten drei Tage lang ins Schwitzen kommen, hält die extreme Luftfeuchtigkeit den Rest des Landes sogar bis zu fünf Tage im Griff. Experten warnen: Die drückende Schwüle entlädt sich regional in teils heftigen Unwettern.

Die Hitzewelle legt am Montag fast überall mit Temperaturen über 30 Grad los – einzige Ausnahme ist der äußerste Norden, dort werden es „nur“ 26 Grad. Die 40-Grad-Marke wackelt zwar, wird vermutlich jedoch noch nicht geknackt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert bis zu 37 Grad im Süden und Südwesten. Zudem herrscht bundesweit erhöhte Unwettergefahr.

Diplom-Meteorologe Dominik Jung zu BILD: „Diesmal bekommen wir Hitze und Unwetter im Doppelpack – schwüle Extremwärme mit Höhepunkt am Dienstag und Mittwoch, dazu täglich die Gefahr kräftiger Gewitter. Der große, flächendeckende Landregen, den die ausgedörrten Böden bräuchten, ist aber leider nicht dabei.“

So heiß wird es die nächsten Tage

Am Dienstag wird es richtig heiß: Laut DWD werden in ganz Deutschland über 30 Grad erwartet. Am meisten glühen mal wieder der Süden mit 36 Grad und der Südwesten mit vereinzelt bis zu 39 Grad. Erneut ist aber auch mit Gewittern im Laufe des Tages zu rechnen. Der Mittwoch wird dann zwar etwas kühler bei 28 Grad im Norden, 34 Grad in der Mitte Deutschlands und 33 Grad im Süden – allerdings besteht wieder bundesweit Unwettergefahr am Nachmittag oder Abend.

Unwettergefahr in ganz Deutschland

Neben den hohen Temperaturen werden uns die gesamte Hitzewelle hindurch Unwetter begleiten. Jung warnt: „Vormittags erleben wir strahlenden Sonnenschein, doch wenige Stunden später steht mancherorts ein Unwetter mit Starkregen vor der Tür. Wo genau die Zellen niedergehen, lässt sich seriös immer erst wenige Stunden vorher sagen – Gewitter sind kleinräumig und launisch.“ Deshalb sollten wir die Wetterlage im Blick behalten – besonders beim Baden oder bei Ausflügen ins Freie. Auch überflutete Straßen und Keller sind bei Starkregen möglich, weil er auf den trockenen Böden nicht versickert.

Wetterexperten warnen vor der Hitzewelle

„Die kleine Verschnaufpause mit Abkühlung am Wochenende war zu kurz, um sich von der Hitze effektiv zu erholen“, erklärt Klimatologe Dr. Karsten Brandt gegenüber BILD. Die Gewitter während dieser Hitzewelle würden keine Abkühlung bringen. Der Wetterexperte weiter: „Vor allem im Süden und Südwesten wird es heftig, denn das Klima ist schwül, klebrig, unangenehm. Fast tropisch. Extrem gefährlich für chronisch Kranke, alte Menschen und Kleinkinder.“ Sein Kollege Jung bestätigt: „Feuchte Hitze ist für den Körper deutlich anstrengender als trockene Hitze. Die gefühlte Temperatur liegt oft mehrere Grad über dem, was das Thermometer zeigt. Das führt zu Kreislaufbelastungen.“