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Berlin – Sechs Billionen Euro, das sind 6000 Milliarden Euro, eine Riesenzahl mit 12 Nullen! So viel Geld müsste Deutschland nach neuen Berechnungen der staatlichen Förderbank KfW investieren, um bis 2045 klimaneutral zu werden. Nach aktuellen Zahlen ergibt sich eine Investitionslücke von gut 180 Milliarden Euro pro Jahr.

Insgesamt müssten rund 290 Milliarden Euro pro Jahr investiert werden. Für KfW-Chef Stefan Wintels ist die gewaltige Summe zwar eine „enorme Kraftanstrengung“. Gleichzeitig könnten deutsche Unternehmen profitieren, meint er. Deutschland ist der zweitgrößte Exporteur von Klimaschutzgütern. Auch das Umweltministerium verwies auf Anfrage auf die Vorteile der Transformation. Investitionen in den Klimaschutz hätten „großen wirtschaftlichen Nutzen“ und würden zugleich die Kosten des Klimawandels senken. Klimafreundliche Technologien würden langfristig zudem die Energiekosten drücken. Beispielsweise teures Öl könne eingespart werden.

Forscher: Kosten für Klimaschutz sogar noch höher

Kritischer sieht das Manuel Frondel (61), Energieökonom am Wirtschaftsinstitut RWI. Er geht sogar von höheren Klimaschutz-Kosten aus: „Ich halte sechs Billionen Euro eher für die Untergrenze.“ Die Rechnung gehe davon aus, dass alte Anlagen erst am Ende ihrer Lebensdauer ersetzt werden. Ein Zieljahr 2045 ziehe zudem teure Umstellungen vor, etwa von Erdgas auf grünen Wasserstoff. „Das dürfte vor allem energieintensive Betriebe belasten und ihre Abwanderung begünstigen“, meint Frondel zu BILD.

Schon jetzt Nachteile für die deutsche Wirtschaft

Auch Michael Eilfort (63), Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft, warnt gegenüber BILD vor überambitionierten Zielen: „Die deutsche ‚Energiewende‘ mit Ausstieg sowohl aus fossiler Kohle als auch CO2-freiem Atomstrom hat noch kein Land der Welt kopiert.“ Das sorge jetzt schon für Wettbewerbsnachteile, vor allem für energieintensive Unternehmen.

Besonders deutlich wird Eilfort bei den Folgen für die Bürger: „Der Bevölkerung müsste man ehrlich sagen: Ein ‚Weiter so’ beim Heizen, Fliegen, Autofahren und Sozialstaatsniveau sowie Klimaneutralität 2045 schließen sich schlicht aus.“

Auch aus der Politik kommt scharfer Gegenwind. FDP-Generalsekretär Martin Hagen (45) zu BILD: „Das Ziel, Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen, ist unrealistisch – und die Vorstellung, dafür sechs Billionen Euro auszugeben, regelrecht aberwitzig.“