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Hiobsbotschaft bei einem deutschen Milchprodukte-Giganten: Ein Werk soll komplett geschlossen werden, an einem weiteren Standort steht das Aus für einen ganzen Produktionsbereich bevor. Hunderte Mitarbeiter bangen um ihre berufliche Zukunft.

Ein Werk der Unternehmensgruppe Theo Müller trifft es knüppelhart: Das Homann-Saucenwerk in Rogätz im Landkreis Börde (Sachsen-Anhalt) soll Ende September 2027 vollständig dichtgemacht werden. Erneut trifft es Ostdeutschland: Erst im August wurde bekannt, dass Müller die Verträge mit Milchbauern in Brandenburg zum März 2027 kündigen will.

Warum eines der Werke komplett schließt

Gegenüber BILD erklärt Müller-Pressesprecher Alexander Truhlar: „Die Nachfrage nach Saucen im Glas, wie sie in Rogätz hergestellt werden, ist rückläufig. Verbraucher bevorzugen zunehmend alternative Verpackungsformate.“ Gleichzeitig bestehe ein erheblicher Investitionsbedarf.

Das Unternehmen sehe deshalb „keine nachhaltige wirtschaftliche Perspektive“ mehr für den Standort. Sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeiter sollen zusammen mit dem Betriebsrat gefunden werden. Das Werk wurde 2008 zusammen mit der Firma Hamker von der Homann Feinkost übernommen. 2011 hat der Milch-Riese den Feinkost-Hersteller dann komplett geschluckt.

So viele Mitarbeiter sind insgesamt betroffen

Doch es trifft nicht nur Rogätz: Die Schnittkäserei einschließlich der zugehörigen Produktions-, Verpackungs- und Verwaltungsbereiche am Sachsenmilch-Standort im Wachauer Gemeindeteil Leppersdorf (Sachsen) wird bereits zum 31. Dezember 2026 geschlossen. An beiden Standorten geht es um jeweils rund 160 Jobs. Sachsenmilch gehört zur Unternehmensgruppe Theo Müller.

Aber der Schnittkäse-Bereich in Leppersdorf könne nicht mehr dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden – „trotz intensiver Anstrengungen und der Prüfung aller Handlungsoptionen“, heißt es. Truhlar: „Die Sauermilchkäserei und der Bereich Mozzarella sind von der Entscheidung aber nicht betroffen.“

Was das Aus für die Belegschaft bedeutet

An dem riesigen Müller-Standort sind insgesamt rund 3000 Mitarbeiter beschäftigt. Auch hier sollen laut Truhlar sozialverträgliche Lösungen die harte Entscheidung im Schnittkäse-Bereich abfedern. Der Sprecher der Molkerei: „Im Mittelpunkt stehen dabei Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung innerhalb des Unternehmens, einvernehmliche Vertragsanpassungen sowie gezielte Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen.“ Ob alles ohne Kündigungen über die Bühne geht, bleibt allerdings abzuwarten.