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Polling (Bayern) – Viele Jahre lang wurde dort die bekannte Bärenmarke-Milch produziert. Doch jetzt steckt der oberbayerische Milchprodukte-Hersteller tief in der Krise. Das Unternehmen musste Insolvenz anmelden. Rund 110 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Die Almil AG (Allgäuer Alpenmilchwerk) mit Sitz in Polling (Bayern) ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Sie hat vergangene Woche beim Amtsgericht Mühldorf am Inn einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist das Unternehmen am Markt. Anfang 2020 wurde es vom Branchen-Riesen Hochwald mit Sitz im rheinland-pfälzischen Thalfang übernommen.

Wofür das Unternehmen bekannt ist

Die Hochwald-Tochter im Pollinger Ortsteil Weiding ist auf die Produktion, den Handel und Vertrieb von Dauermilcherzeugnissen spezialisiert. Sie will die Krise aus eigener Kraft meistern. Im Klartext: Die Geschäftsführung bleibt im Amt und steuert die geplante Sanierung. Ein Sachwalter wird vom Gericht zur Kontrolle eingesetzt. Auf Anfrage von BILD teilte die Almil AG mit: „Es wurde frühzeitig und aus eigener Initiative ein Sanierungsprozess eingeleitet, um die wirtschaftliche Zukunft nachhaltig zu sichern.“ Über die Gründe wird geschwiegen.

So geht es für die Milch-Firma weiter

Der Geschäftsbetrieb werde aber ohne Einschränkungen fortgeführt: „Für die Belegschaft, Kunden und Geschäftspartner ergeben sich derzeit keine Veränderungen.“ Das erklärte Ziel des Molkereibetriebs: Das Unternehmen soll langfristig wettbewerbsfähig gemacht werden, um den Standort zu sichern.

Hochwald selbst wollte gegenüber BILD keine Stellungnahme zur Situation bei Almil abgeben, verwies auf die dortige Pressestelle. Erst jüngst wurde bekannt, dass der Milch-Riese seine Molkerei in Kaiserslautern schließen wird. Betroffen sind dort 74 Arbeitsplätze.

Für die Almil-Mitarbeiter in Oberbayern sind zumindest bis einschließlich Oktober 2026 die Gehälter über das Insolvenzgeld gesichert. Das Unternehmen: „In dieser Zeit sollen die geplanten Maßnahmen vorbereitet werden, um eine zeitnahe Sanierung zu ermöglichen.“