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Bielefeld/Gütersloh (NRW) – Seit gut drei Wochen versetzt eine unheimliche Schuss-Serie Geschäftsleute in Bielefeld und Ostwestfalen in Angst. Am Donnerstag konnte die Polizei einen mutmaßlichen Schützen festnehmen. Doch noch nicht einmal 24 Stunden später hallen Schüsse durch die Dunkelheit.

Immer wieder feuern Täter nachts auf Juweliere, Bars, Autohäuser oder Büros im Raum Bielefeld, Gütersloh und Herford (Nordrhein-Westfalen) – und sogar auf ein Privathaus. Menschen werden bedroht, hohe Geldsummen gefordert. Nach BILD-Informationen steckt dahinter möglicherweise die sogenannte „Gen‑Z‑Mafia“. Dabei handele es sich oft um hochkriminelle Jugendliche, die häufig aus der Türkei stammen sollen. Es geht meistens um Schutzgelderpressung.

Verdächtiger (19) nach Schüssen in Bielefeld in U-Haft

Jetzt gelang der Polizei womöglich ein erster Durchbruch: Am frühen Donnerstagmorgen stürmten SEK-Beamte die Wohnung eines 19-Jährigen in Steinhagen (Kreis Gütersloh). Der Deutsch-Syrer wurde festgenommen und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Die Vorwürfe: schwere räuberische Erpressung, Sachbeschädigung und Verstöße gegen das Waffengesetz. Bei der Durchsuchung stellten die Beamten Beweismittel sicher. Der stellvertretende Bielefelder Polizeipräsident Wolfgang Niewald: „Der große Personaleinsatz und die akribische Ermittlungsarbeit haben sich ausgezahlt.“

Opfer meist türkische Unternehmer

Auffällig: Viele der Opfer sind türkische Geschäftsleute. Nach Erkenntnissen der Polizei geht es bei den Angriffen nicht um direkte Beute, sondern um Einschüchterung und Erpressung. Bei einem beschossenen Juwelier soll vorher eine hohe Geldforderung eingegangen sein. Wer die Fäden zieht und wie viele Täter beteiligt sind, ist weiter unklar. Die vermutete Verbindung zur Gen-Z-Mafia ist bislang nicht offiziell bestätigt.

Die Chronologie des Schuss-Terrors

Ende September wurde zunächst zweimal auf einen Juwelier in Bielefeld-Brackwede geschossen. Fast zeitgleich geriet ein Autohaus ins Visier. Es folgten Angriffe auf ein RE/MAX-Immobilienbüro, eine Autovermietung, das Restaurant „Plaza“ und das Wohnhaus eines Geschäftsmannes, der nach BILD-Informationen mit dem zuvor beschossenen Immobilienbüro in Verbindung steht. Aus Angst soll er in die Türkei geflüchtet sein.

Am 14. Oktober wurde auf eine Shisha-Bar in Gütersloh gefeuert und am 18. Oktober auf eine Autovermietung in Kirchlengern (Kreis Herford). Bis dahin zählte die Polizei elf Attacken auf sieben Geschädigte. Zuletzt kam ein weiterer Juwelier-Angriff in Gütersloh hinzu: Am frühen Freitagmorgen gegen 01.50 Uhr schossen Unbekannte mehrmals auf das Geschäft. Verletzt wurde bislang niemand.