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Früher wollte ihn kein Ausbildungsbetrieb haben. Heute vertrauen ihm einige der mächtigsten Technologie-Konzerne der Welt Milliarden an.

David Reger (38), Gründer der Robotik-Firma NEURA Robotics, hat für sein Unternehmen in einer der größten Finanzierungsrunden Deutschlands rund 1,4 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Zu den Investoren gehören unter anderem Amazon, Nvidia, Qualcomm, Bosch und Schaeffler.

Unser Milliarden-Mann hat mal klein angefangen …

Aufgewachsen mit zehn Geschwistern

Reger stammt aus Rottweil im Schwarzwald und wuchs mit zehn Geschwistern auf. Seine Mutter war Hausfrau und trug nebenbei Zeitungen aus, sein Vater arbeitete bei einem Automobilzulieferer – dort ist er bis heute beschäftigt. „Bei uns ging es nie ums Geld“, sagt Reger, mittlerweile selbst Vater von zwei kleinen Töchtern (4 und 7), zu BILD. „Familie war und ist immer die Hauptsache.“

Der Weg an die Spitze verlief alles andere als geradlinig. „Ich hatte als Kind keine Lust auf Schule. Mein Traum war es eigentlich, Kfz-Mechatroniker zu werden.“ Nach dem Hauptschulabschluss sucht er eine Lehre. Doch die Bewerbungen blieben erfolglos. „Niemand wollte mich einstellen“, erinnert er sich.

Schließlich bekam er eine Chance als Modellbauer. Für nur 100 Euro im Monat – aber mit einer Ausbildung, die sein Leben verändern sollte. Dort lernte er konstruieren, programmieren und technische Probleme zu lösen. Vor dem Berufseinstieg wünschten sich seine Eltern, dass er etwas Soziales macht. Also half Reger zwei Jahre lang Obdachlosen in San Francisco. „Eine sehr prägende Zeit“, wie er sagt.

Später arbeitete er in der Schweiz, bildete sich nachts selbst weiter und machte Karriere als Ingenieur, obwohl er nie studiert hatte. „Ich hatte das Glück, dass es Menschen gab, die an mich geglaubt haben. Nach neun Stunden Bewerbungsgespräch sagte mein Chef in der Schweiz zur mir: Aus Dir wird mal ein ganz Großer.“

„Viele haben mich für verrückt erklärt“

2019 fasste Reger einen Entschluss. Er wollte seine eigene Vision verwirklichen: intelligente Roboter entwickeln, die sehen, hören, fühlen und lernen können. „Als ich die Firma gründete, haben mich viele für verrückt erklärt.“ Trotzdem zog er sein Vorhaben durch. „Ich war überzeugt: Es muss Robotik sein, es muss Baden-Württemberg sein – und wir brauchen die besten Leute.“

Heute entwickelt NEURA Robotics in Metzingen sogenannte kognitive und humanoide Roboter. Die Maschinen sollen künftig in Fabriken, Krankenhäusern, Logistikzentren und später auch in Privathaushalten arbeiten.

Sein Ziel: Europas größter Steuerzahler

Während viele Gründer von Börsengängen oder Milliardenbewertungen träumen, formuliert Reger seinen Ehrgeiz anders: „Wir wollen der größte Steuerzahler Europas werden.“ Der Satz beschreibt seine Vorstellung von wirtschaftlichem Erfolg: Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Wohlstand sollen in Europa entstehen. „Nur so sichern wir Wohlstand“, sagt Reger. „Uns ist oft gar nicht bewusst, wie gut wir es hier haben.“

Für sich selbst hat er nur einen bescheidenen Wunsch: „Die letzten Jahre war ich an meinem Geburtstag nie zu Hause, weil das Unternehmen immer Vorrang hatte.“ Vor wenigen Tage wurde Reger 38 – und feierte mit der Familie.