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Krakau (Polen) – Vor dem Attentat in Krakau soll er seine Familie ermordet haben. Attentäter Michał O. (24) erschoss in Ostrowiec Świętokrzyski offenbar auch seine Mutter (52), seinen Vater (53) und seine jüngere Schwester (21), bevor er auf dem Markt im rund 150 Kilometer entfernten Krakau um sich feuerte. Sechs Menschen starben dort, mindestens 15 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Spurensuche in der 60.000-Einwohner-Stadt Ostrowiec Świętokrzyski, früher ein Zentrum der Stahlindustrie. Heute ist jeder vierte junge Mensch arbeitslos. Unter dem Dach eines in die Jahre gekommenen Wohnblocks im Zentrum lebte der Krakau-Attentäter.

Attentäter lebte noch bei seinen Eltern

Michał O. wohnte noch immer bei seinen Eltern Renata und Janusz O., bestätigten Nachbarn gegenüber „Fakt“ (gehört wie BILD zu Axel Springer). Die jüngere Schwester lebte demnach in Krakau und soll am Wochenende ihre Eltern besucht haben.

Ein Besuch, der tödlich endete: „Gestern entdeckten Polizisten in einer Wohnung in einem der Wohnblöcke im Zentrum von Ostrowiec Świętokrzyski die Leichen von drei Personen: einem 53-jährigen Mann sowie zwei Frauen im Alter von 52 und 21 Jahren. Es handelt sich um die Eltern und die Schwester eines 24-Jährigen, der in Krakau festgenommen wurde“, teilte die polnische Polizei am Sonntag mit. Auch der Mann und die beiden Frauen wurden erschossen. Ermittler sind immer noch damit beschäftigt, den genauen Ablauf dieser Tat zu rekonstruieren.

„Waffenarsenal“ in der Wohnung

Dass Michał O. vor dem Attentat seine Familie auslöschte, darauf deutet viel hin. Seine Nachbarn sind überzeugt, dass es so war. Zdzisław Szostak, ein Freund der Familie, sagt zu „Fakt“, von einem „regelrechten Waffenarsenal“ in der Wohnung gewusst zu haben: „Jeden Sonntagmorgen gingen die Familie zum nahegelegenen Schießstand.“

Die Eltern seien immer fröhlich, nett und freundlich gewesen. Er habe nie gelächelt, distanziert und traurig gewirkt: „Er war etwas seltsam“, fasst Nachbarin Zdzisław Szostak zusammen. Dass der stille Nachbar seine Familie ausgelöscht haben könnte und anschließend in Krakau Amok lief, will Szostak nicht begreifen. Doch für Polens Innenminister ist der Krakau-Attentäter jedoch mehr als nur ein stiller Einzelgänger. Marcin Kierwiński bezeichnete Michał O. als von „rechtsextremen Ideologien fasziniert“. Sein genaues Motiv ist noch unklar.