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Hagen (NRW) – Die Polizei fahndet öffentlich nach ihm, warnt vor seiner Gefährlichkeit. Doch warum sie einen 43-Jährigen, der in der Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem in Stemwede einsaß und seit Samstag auf der Flucht ist, so einschätzt, sagt sie in ihrem Fahndungsaufruf nicht. BILD weiß: Vor sechs Jahren versuchte der Mann, Polizisten zu töten.

Vitalij K. (43) war 2021 vom Landgericht Hagen (Nordrhein-Westfalen) zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Wegen versuchten Totschlags, Drogenhandels und gefährlicher Körperverletzung. Jetzt sollte er offenbar mit einem Freigang auf seine Entlassung aus dem Maßregelvollzug vorbereitet werden.

Den nutzte der Deutsch-Kasache, um unterzutauchen. Auf Polizei.nrw ist der Fahndungsaufruf mit einem rot unterlegten Warnhinweis versehen: „HINWEIS ZU IHRER SICHERHEIT In dringenden Fällen wählen Sie den Notruf 110. Da der Gesuchte möglicherweise bewaffnet ist, verständigen Sie auf jeden Fall die Polizei und sprechen Sie den Beschuldigten nicht an!“

Dealer schoss sich den Weg frei

Dass ihm jedes Mittel recht ist, um nicht gefasst zu werden, bewies Vitalij K. am 5. Mai 2020. In Gevelsberg geriet er in eine Verkehrskontrolle. Völlig zugekokst, mit 51 Gramm Heroin und 10 Gramm Kokain im Gepäck. Er musste eine Urinprobe abgeben. Kaum war der Becher voll, warf er ihn einem Polizisten ins Gesicht, sprang in sein Auto, griff seine Schusswaffe und drückte ab. Er traf einen Beamten (28), der überlebte eine Schussverletzung dank seiner Schutzweste. Zwei Polizistinnen, die vom Tatort abhauten, statt ihrem Kollegen beizustehen, wurden wegen Körperverletzung durch Unterlassen verurteilt und vom Dienst suspendiert.

Vitalij K. flüchtete nach der Schießerei mit seinem BMW, baute einen Unfall, entkam noch einmal zu Fuß in einen Hinterhof. Als ihn ein Spezialeinsatzkommando dort aufstöberte, schoss er wieder. Das SEK schoss zurück, traf ihn im Oberschenkel. Festnahme, Prozess. Wegen seiner Kokainsucht kam er nicht ins Gefängnis, sondern in den Maßregelvollzug.

Seit Schießerei mit dem SEK humpelt Vitalij K.

Seine Schussverletzung führte zu zwei heute noch in der Fahndungsmeldung benannten, besonderen Kennzeichen: „Narbe am rechten Oberschenkel. Humpelt stark.“ Weitere Merkmale: 1,66 Meter, 85 Kilo, blondes, kurzes Haar, blaue Augen, Tattoos auf dem rechten Oberarm und dem Rücken. Möglicherweise hält Vitalij K. sich wieder im Raum Gevelsberg/Hagen auf. Eine Polizeisprecherin: „Alle hier kennen sein Foto und halten die Augen auf.“

Hinweise auf ihn bitte weiterhin sofort an den Polizeinotruf 110.