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Berlin – Russland nimmt Deutschland ins Visier: Der Verfassungsschutz warnt deutsche Teilnehmer einer Ukraine-Konferenz vor einem erneuten Cyber-Angriff! Wer bei dem Treffen in Kiew dabei war, soll dringend checken, ob eine gewisse „Diana“ Nachrichten geschrieben hat...

Kiew, Mitte September: 700 Teilnehmer kommen für das Treffen der „Jalta-europäischen Strategie“ zusammen, auch hochrangige Deutsche reisen in die ukrainische Hauptstadt: Bundestagsabgeordnete, der außenpolitische Chefberater aus dem Kanzleramt, der Leiter des Ukraine-Stabes im Verteidigungsministerium. Es geht um Unterstützung für das von Russland überfallene Land.

Was den Herrschern in Moskau offenbar gar nicht gefällt. Sie stehen unter dringendem Verdacht, Teilnehmer der Konferenz ausgespäht zu haben. Zwei Wochen nach dem Treffen geht bei Bundestagsabgeordneten, die nach Kiew gereist sind, eine Alarm-Mail des Verfassungsschutzes ein. Der Geheimdienst schreibt: „Nach vorliegenden Informationen hat ein staatlicher Cyberakteur mehrere Teilnehmer angegriffen.“

Eine Fake-Diana schrieb WhatsApp-Nachrichten

Der Angreifer trat laut Verfassungsschutz unter dem Fake-Profil „Diana“ auf, gab sich als Mitglied des Organisationskomitees aus. „Die Kontaktaufnahme erfolgte in den bekannten Fällen mittels WhatsApp“, informierte der Geheimdienst. „Ziel der Kontaktaufnahme ist es, das Opfer dazu zu verleiten, eine Excel-Datei zu öffnen und die Ausführung von Makros zu erlauben, was zu einer Infektion mit der Schadsoftware ,Covenant‘ führen würde.“

Zwar wird Russland nicht namentlich als Angreifer genannt, ist aber nach BILD-Informationen gemeint.

Für die Grünen war der Bundestagsabgeordnete Robin Wagener (46) nach Kiew gereist. Er kennt die Gefahr durch russische Attacken und achtet auf hohe Sicherheitsvorkehrungen: Er nutzt bei solchen Aufenthalten nur Wegwerf-Handys, nutzt keine WhatsApp, lockt sich nicht im WLan ein. Wagener zu BILD: „Die russischen Cyberangriffe nehmen unablässig zu. Deutschland steht im Fadenkreuz des russischen Informationskrieges. Die Ausspähung soll uns einschüchtern und die Unterstützung der Ukraine beeinflussen.“ Der Vorsitzende der Deutsch-Ukrainischen Parlamentariergruppe lobt die Sicherheitsbehörden: „BKA und Verfassungsschutz haben dazu gelernt und klären vollumfänglich über die Gefahren russischer Cyberangriffe auf.“

Aus der Unions-Fraktion fuhr der Verteidigungsexperte Roderich Kiesewetter (63, CDU) zur Konferenz. Auch er kannte die Gefahr, schützte sich entsprechend. Die Organisatoren hatten alle Teilnehmer informiert, dass es den Versuch gab, über fingierte Mails an ihre Daten zu kommen. Kiesewetter zu BILD: „Russland versucht auf verschiedenen Wegen, insbesondere Unterstützer der Ukraine auszuspähen und Daten abzugreifen. Bei jeder Reise in die Ukraine muss man deshalb besonders aufmerksam sein.“