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Berlin – Ein letztes Telefonat mit dem Vater, dann die Terrorfahrt: Abdul Ballout (†21) soll am Samstagabend mit einem Transporter in eine Menschenmenge am Rande des Berliner CSD gerast sein. Eine Frau starb, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Der Terrorist, der nach der Tat flüchtete, wurde Sonntagabend bei der versuchten Festnahme erschossen. Wenige Stunden vor dem tödlichen SEK-Zugriff auf seinen Sohn hatte der Vater des Attentäters, Tawfik B. (64), mit dem „Spiegel“ gesprochen.

Der gebürtige Libanese hält sich derzeit im Libanon auf. Dem Nachrichtenmagazin erzählte er, dass Abdul zuletzt mit seiner Mutter und zwei seiner drei Schwestern in einem Mehrfamilienhaus in Berlin lebte. Die Eltern seien geschieden. Der 21-Jährige sei keiner festen Arbeit nachgegangen. Zwar habe er gelegentlich als Sicherheitsmitarbeiter oder Fahrer gejobbt, dauerhaft beschäftigt gewesen sei er jedoch nicht. Stattdessen habe er viel Zeit am Handy oder vor dem Fernseher verbracht und häufig bis in den späten Nachmittag geschlafen, so der Vater.

Am Tattag telefonierten Vater und Sohn

Besonders schmerzlich für den 64-Jährigen: Noch am Tag der Amokfahrt telefonierte er mit seinem Sohn. „Er sagte, dass er mich vermisst und er sich wünschte, jetzt mit uns im Libanon zu sein“, berichtete der Vater dem Spiegel. Kurz darauf soll Abdul Ballout den angemieteten weißen Citroën in die Menschenmenge im Tiergarten gelenkt haben.

Vater und Sohn stritten über Bartlänge

Der Vater beteuert, die Familie habe nichts mit der Ideologie der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu tun. „Wir sind Schiiten. Wir unterstützen den Islamischen Staat nicht.“ Sein Sohn habe jedoch die sunnitische Glaubensrichtung geliebt. Laut Ermittlern hatte sich der 21-Jährige radikalisiert und soll mehrfach versucht haben, sich dem IS anzuschließen. 2025 wurde er im Libanon festgenommen, im Mai 2026 in Berlin zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verurteilt.

Rückblickend erinnert sich der Vater im Gespräch mit dem „Spiegel“ an einen Streit über das äußere Erscheinungsbild seines Sohnes. „Ich habe ihm nicht erlaubt, einen langen Bart zu tragen“, sagte er.

„Er wurde einer Gehirnwäsche unterzogen.“

Die Nachricht von der mutmaßlichen Terrorfahrt hat die Familie schwer getroffen. Nach Angaben des Vaters hätten die Schwestern seitdem ununterbrochen geweint, die Mutter sei völlig aufgelöst. Er selbst habe weder geschlafen noch gegessen. Wie es zu der Tat kommen konnte, kann sich der Vater nur so erklären: „Er wurde einer Gehirnwäsche unterzogen.“

Am Sonntagabend endete die Flucht des CSD-Terroristen in einer Gartenanlage im Berliner Bezirk Spandau tödlich. Beim Zugriff durch das SEK wurde Abdul Ballout erschossen. Nach Angaben der Ermittler soll er die Einsatzkräfte mit einer Stichwaffe angegriffen haben. Er starb noch am Einsatzort.