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Coburg (Bayern) – Schockierende Vorwürfe gegen einen Hausarzt aus dem Raum Coburg! Er soll vor allem Jugendliche mit einer angeblichen Studie zu intimen Untersuchungen bewegt und ihnen dafür sogar Geld gezahlt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs.

Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, soll der Hausarzt überwiegend männliche Jugendliche unter dem Vorwand einer wissenschaftlichen Studie in seine Praxis gelockt haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass es für die intimen Untersuchungen keinen medizinischen Grund gegeben hat. Stattdessen sollen die Patienten für ihre Teilnahme Geld erhalten haben.

Razzia in Praxis und Wohnung

Bereits im Juli durchsuchte die Polizei die Praxis und die Wohnung des in der Region bekannten Arztes. Wie Staatsanwältin Bianca Franke gegenüber BILD bestätigt, wurden dabei zahlreiche Unterlagen sichergestellt. Laut BR sollen auch intime Fotos und Videoaufnahmen zu den Beweismitteln zählen. Die Auswertung läuft derzeit noch.

Die Ermittler vermuten weitere Betroffene. Laut Staatsanwältin Franke wurden deshalb Fragebögen an eine dreistellige Zahl aus einem „gewissen Patientenstamm“ geschickt. Wie der BR berichtet, betreffen die Fragen unter anderem den Ablauf der intimen Untersuchungen, mögliche Beschwerden der Patienten, angefertigte Fotos sowie eine etwaige Bezahlung für die Teilnahme an der angeblichen Studie.

Arzt sitzt in Untersuchungshaft

Die Auswertung der Fragebögen dauert an. Zusätzlich wurde nach BILD-Informationen ein externer medizinischer Gutachter beauftragt, der klären soll, ob die durchgeführten Untersuchungen überhaupt wissenschaftlich oder medizinisch sinnvoll waren.

Seit August sitzt der Arzt in Untersuchungshaft, seine Praxis ist geschlossen. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft BILD sagte, laufen die Ermittlungen weiter, Anklage wurde bislang nicht erhoben. Im Falle einer Verurteilung wegen Missbrauchs drohen dem Mediziner mehrere Jahre Haft und der Entzug seiner Zulassung.