Berlin/Moskau – Das US-Medium „Politico“ enthüllt, welche Botschaft CIA-Chef John Ratcliffe (60) beim mysteriösen Überraschungsbesuch in Moskau überbrachte: Demnach warnte der Auslandsgeheimdienst-Chef von US-Präsident Donald Trump (80) die Russen vor einer neuen Eskalation gegen europäische Nato-Staaten – und drängte darauf, dass Russland „seine militärische und wirtschaftliche Unterstützung für den Iran zu reduzieren“. Das berichtet ein Informant.
Ratcliffe, so heißt es weiter, „übermittelte den Wunsch, Moskau möge die Weitergabe von Waffen und Verteidigungstechnologie an den Iran einstellen, und riet der russischen Führung davon ab, ‘überzureagieren’, sollte Russland von den Sanktionen betroffen sein“.
DENN: Die USA wollen das iranische Mullah-Regime ökonomisch von der Außenwelt isolieren und dazu bringen, einem Atom-Abkommen zuzustimmen und die Straße von Hormus nicht länger zu blockieren. Mit militärischen und diplomatischen Mitteln vermochte Trumps Regierung ihre Ziele im Iran nicht zu erreichen, nun soll ein „wirtschaftlicher D-Day“ die Mullahs unter Druck setzen.
Im RONZHEIMER-Podcast von BILD-Vize Paul Ronzheimer erklärt die Außenpolitik-Expertin Liana Fix von der US-Denkfabrik „Council on Foreign Relations“, wie eng die Beziehungen zwischen Moskau und Teheran sind: „Russland hat dem Iran Satellitenbilder gegeben, die dem Iran bei der Zielerfassung von US-amerikanischen Zielen geholfen haben.“ Dazu komme das „Ökosystem aus Schattenflotten“, in dem Russland und Iran eng zusammenarbeiten, um internationale Öl-Sanktionen zu umgehen.
Trump könnte ein klares Ziel vor Augen gehabt haben, als er seinen CIA-Chef ins Reich von Diktator Wladimir Putin schickte: „Die Forderung an die russische Seite, den Iran dazu zu bringen, die die Straße von Hormus zu öffnen.“ Klar sei jedoch, dass Putin seine Verbündeten in Teheran nicht einfach so unter Druck setzen werde.
Liana Fix erklärt: „Wenn das eine Bitte ist, den Iran dazu zu bewegen, die Straße von Hormus zu öffnen, dann wird Russland natürlich etwas im Gegenzug verlangen – oder die USA drohen Russland eben mit Sanktionen.“
Das wahre Iran-Problem für die USA sei jedoch nicht Russland, sondern China, so die Expertin. Peking kauft einen großen Teil des iranischen Öls und habe keinerlei Interesse daran, den USA bei ihrer Kampagne gegen die Mullahs zu unterstützen. Und Trump? „Es gibt in der US-Administration eine große Zögerlichkeit, in die Eskalation mit China zu gehen. Egal über welches Thema – Iran, Ukraine, Zölle, so Fix. „Da sind die USA bereits zweimal eingeknickt. „
Dass Trump seinen Geheimdienst-Chef nur aus Sorge vor einer Russland-Eskalation in Europa nach Moskau geschickt habe, glaubt Liana Fix nicht. Bei RONZHEIMER sagte sie: „Ich glaube, dass das Iran-Thema ein wichtiger Teil gewesen sein muss und dass es nicht nur um russische hybride Kriegsführungen gegen Europa gehen kann.“ Das beschäftige natürlich die Europäer in hohem Maß, die Trump-Regierung empfinde es jedoch als „weniger relevant“.