TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Berlin – Bei Grabungen am früheren Checkpoint Charlie in Berlin sind Überreste der DDR-Grenzübergangsstelle entdeckt worden. Es handelt sich um Teile der Führungsstelle und der Fahrzeugsperre des früheren DDR‑Grenzübergangs. Unklar bleibt, was mit dem Stück Berliner Geschichte nun passiert. Bis Sonntag können Besucher die Funde noch besichtigen, danach verschwinden sie wieder unter der Erde.

Gegraben wurde, weil das Areal am Checkpoint Charlie neu gestaltet werden soll. Dort ist ein Bildungs- und Erinnerungsort geplant. Archäologen entdeckten an der Ecke Friedrichstraße und Zimmerstraße Teile der Begrenzungsmauern, alte Asphaltflächen und das Fundament einer Führungsstelle der DDR-Grenztruppen aus den Jahren 1985 bis 1989. Die Grenzanlage war über die Jahre mehrfach umgebaut worden, und Reste aus verschiedenen Epochen waren erhalten geblieben.

Fahrzeugsperre entdeckt

Besonders bemerkenswert: Die Forscher entdeckten auch Teile einer Fahrzeugsperre. Sie war nach der Panzerkonfrontation zwischen der Sowjetunion und den USA im Oktober 1961 errichtet worden. Amerikanische und sowjetische Panzer standen sich damals am 27. Oktober am Checkpoint Charlie 16 Stunden lang bedrohlich gegenüber. Auslöser war ein Streit um die Kontrolle von US-Diplomaten an der Grenze. Erst nach Verhandlungen rollten die Panzer wieder ab.

„Bedeutsame historische Zeugnisse“

Für die Stiftung Berliner Mauer sind die Überreste ein wichtiger Fund. Stiftungssprecherin Hannah Berger sagte über die Suche: „Man wollte einfach noch mal gucken, ob und was sich im Boden befindet.“ Jetzt der Fund! Susanne Muhle, Leiterin der Abteilung Forschung und Dokumentation, nennt sie „bedeutsame historische Zeugnisse“ des ehemaligen Grenzübergangs mit der DDR-Grenzübergangsstelle und dem alliierten Kontrollpunkt Checkpoint Charlie in Berlin. Was mit den Funden passieren soll, steht noch nicht fest.

Der Checkpoint Charlie war während der deutschen Teilung der bekannteste Grenzübergang zwischen Ost- und West-Berlin. Heute gehört der Schauplatz des Kalten Krieges zu den meistbesuchten Orten der Hauptstadt.