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Madrid/Berlin - Mehr als 1.500 Migranten sind innerhalb einer Woche überwiegend schwimmend in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt. Allein in den vergangenen Stunden erreichten weiter Hunderte Afrikaner das Gebiet. Der Regionalpräsident von Ceuta, Juan Jesús Vivas (73), verlangte von der Regierung in Madrid, aus „Gründen der nationalen Sicherheit“ den Notstand auszurufen. Italien droht damit, Spanien aus dem Schengen-Raum zu werfen. Und auch in Deutschland herrscht Sorge.

DENN: Die Migranten könnten weiter über Zentralspanien und Frankreich nach Deutschland kommen und Asyl verlangen: Fraktionsvize Günter Krings (56, CDU) zu BILD: „Gemeinsam müssen wir mit Spanien und anderen EU-Mitgliedstaaten jetzt dringend mit Marokko sprechen. Nur mit der Hilfe unseres südlichen Nachbarn können wir einen größeren Migranten-Ansturm auf Europa verhindern.“

Krings sieht die Schuld auch bei der Regierung in Madrid: „Die Entscheidung der spanischen Regierung, 500.000 illegal eingereiste Afrikaner einzubürgern, hat die Probleme für das Land selbst und Europa offenbar weiter verstärkt. Sie wirkt als Anreiz für weitere Versuche, illegal die Grenzen zu überwinden.“ Er wirft Spanien „die praktische Aushöhlung der Verabredungen“ vor, „auf die wir uns nach Jahren gerade verständigt haben“. Das solle allen Ländern Europas eine Lehre sein. „Wer illegale Einreisen mit belohnt, bekommt mehr illegale Einreisen.“

Illegale kommen öfter über Westgrenzen

Der Bundespolizist Manuel Ostermann (35, CDU), Vorstand der deutschen Polizeigewerkschaft (dpolg), fordert jetzt die Bundesregierung auf, die „Bundespolizei auf einen neuen Migranten-Ansturm aus Spanien“ vorzubereiten. Dazu gehöre „eine robuste Sicherung der deutschen Grenzen mit Polizisten und mit modernster Technik“.

Ein Blick in den Jahresbericht 2025 der Bundespolizei zeigt: Immer mehr illegale Migranten kommen inzwischen über Deutschlands Westgrenzen. Während die Bundespolizei an der Grenze zu Polen 50 Prozent weniger unerlaubte Einreisen registrierte, stiegen die Zahlen an der Grenze zu den Niederlanden um 57 Prozent. Auch an den Grenzen zu Frankreich, Luxemburg und Dänemark wurden mehr illegale Einreisen festgestellt.

Schleuser-Routen verschieben sich

Die Ursache liegt bereits weit südlich: Die klassische Balkanroute verliert an Bedeutung. Laut Frontex brachen die illegalen Grenzübertritte über den Westbalkan um 42 Prozent ein, über die östliche Mittelmeerroute um 27 Prozent. Wer dennoch nach Deutschland will, weicht offenbar zunehmend auf Routen über Westeuropa aus.

Insgesamt sank die Zahl der unerlaubten Einreisen nach Deutschland zwar deutlich auf 62.959 (minus 25 Prozent). Doch die Schleuser-Routen verschieben sich. Die meisten illegal Eingereisten stammen weiterhin aus der Ukraine (7096), Afghanistan (5188), Syrien (4911) und der Türkei (4719). Die Zahl der festgestellten Schleuser blieb mit 1626 Fällen nahezu unverändert. Das deutet darauf hin, dass die kriminellen Netzwerke ihre Methoden und Routen verändern.