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Schwerin — Kaum vorstellbar, aber wahr: Bei ihrem Wahl-Debakel in Mecklenburg-Vorpommern machte in gleich elf Gemeinden kein einziger Wähler sein Kreuz bei den Christdemokraten. Stattdessen erreichte die AfD in vielen dieser Gemeinden eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Besonders drastisch ist der Absturz für die Kanzler-Partei von Friedrich Merz (70) im Dorf Grischow (230 Einwohner) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Bei den Landtagswahlen 2021 holte die CDU hier noch 18 Prozent. Fünf Jahre später konnte sie sowohl bei den Erststimmen als auch bei den Zweitstimmen niemanden mehr überzeugen. Für die AfD stimmten hingegen 69,4 Prozent. Dahinter folgen SPD (23,1 %), BSW (4,8 %) und Linke (2,7 %).

Kein Einzelfall in Mecklenburg-Vorpommern: Auch in Hugoldsdorf (125 Einwohner) im Landkreis Vorpommern-Rügen heißt es für die CDU: null Erst- und Zweitstimmen. Die AfD hingegen konnte 65,6 Prozent einheimsen. Der Rest entschied sich für die SPD (15,6 %), das BSW (9,4 %), die Linke und die Grünen (beide 3,1 %).

Und in Kieve landete die CDU bei 0 Prozent der Zweitstimmen, obwohl die AfD hier mit 23,8 Prozent deutlich unter ihrem Landesergebnis (38,2 %) blieb. Davon profitierte in dieser Gemeinde aber offenbar nicht die CDU, sondern nur die SPD (42,9 %) und die Grünen (20,2 %). In acht weiteren Gemeinden ging die CDU entweder bei den Erst- oder bei den Zweitstimmen komplett leer aus: in Buchholz, Bredenfelde, Briggow, Neetzka, Groß Schwiesow, Rögnitz, Roduchelstorf und in der 2000-Einwohner-Gemeinde Papendorf.

AfD holt in sechs Gemeinden über 70 Prozent

Rekordverdächtige Werte hingegen für die AfD: Im Dorf Groß Luckow stimmten 78,6 Prozent für die Partei. In Wrangelsburg waren es 78 Prozent, in Wilhelmsburg 72,9 Prozent. Auch Blesewitz, Krusenfelde und Garz liegen bei mindestens 70 Prozent. Zwar handelt es sich größtenteils um kleine Gemeinden mit wenigen Dutzend oder wenigen hundert Wahlberechtigten. Dennoch zeigen die Ergebnisse, wie stark die CDU vor allem auf dem Land an möglicherweise entscheidendem Rückhalt verloren hat. Denn: Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis fehlten der CDU lediglich 1138 Stimmen zum Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde.