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London – Krise in der britischen Regierung! Der unter Druck stehende britische Premierminister Keir Starmer (63) soll laut der Zeitung „The Observer“ erwägen, seinen Rücktritt zu erklären. Ein Regierungsvertreter dementiert das zwar. Doch wie lange kann sich Starmer noch halten?

Keir Starmer bereitet sich darauf vor, (...) einen Zeitplan für seinen Abschied aus der Downing Street Nr. 10 vorzulegen“, heißt es konkret in dem Medienbericht, der am Samstag erschienen ist. Dem „Observer“ zufolge spricht Starmer an diesem Wochenende auf dem Landsitz Chequers mit Ministern, Beratern, Gewerkschaftsführern und auch seiner Frau Victoria. Führende Mitglieder der Labour-Partei gehen demnach davon aus, dass Starmer schon am kommenden Montag (22. Juni) eine „klare Erklärung“ abgeben könnte.

Umfragewerte fallen, Konkurrent will ihn stürzen

Starmer kämpft zwei Jahre nach seinem Wahlsieg mit historisch schlechten Umfragewerten. Nach schweren Verlusten bei den Kommunalwahlen in Großbritannien im Mai und dem Rücktritt führender Kabinettsmitglieder aus Protest gegen seinen Führungsstil ist der Druck auf ihn massiv gestiegen. Mehr als 100 Abgeordnete seiner Labour-Partei – rund ein Viertel der Fraktion im Unterhaus – haben ihn öffentlich zum Rücktritt oder zur Festlegung eines Zeitplans für seinen Abgang aufgefordert.

Dann dieses politische Beben: Bei der Nachwahl im nordenglischen Wahlkreis Makerfield am 18. Juni fuhr Andy Burnham (56), der parteiinterne Rivale von Starmer, einen Sieg ein. Mit knapp 55 Prozent der Stimmen ließ der Labour-Politiker seinen schärfsten Gegner Robert Kenyon (41) von Reform UK deutlich hinter sich – und zieht nun ins britische Unterhaus ein. Schon vor der Wahl hatte Burnham angekündigt, im Erfolgsfall Labour-Chef und Premier Starmer herausfordern zu wollen.

Keir Starmer soll geordneten Rückzug planen

Unmittelbar nach dem Sieg von Burnham lehnte Starmer einen Rücktritt noch ab, wollte sich einer möglichen Abstimmung um den Labour-Parteivorsitz stellen. Ein Vertrauter stellt die aktuelle Situation gegenüber dem „Observer“ nun anders dar: „Er denkt offensichtlich über das Ergebnis in Makerfield nach. Er macht sich Gedanken darüber, was ein Kampf um den Parteivorsitz bedeuten würde. Er verlangt von niemandem Treueschwüre.“ Ein Labour-Senior aus dem engen Umfeld des Premierministers betonte gegenüber dem „Observer“, dass Starmer Chaos in der Regierung vermeiden wolle. Deshalb plane er einen geordneten, schrittweisen Rückzug aus seinem Amt.