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Berlin - Brisanter Russland-Vorwurf gegen die AfD! Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) soll die AfD in einem vertraulichen Gespräch mit dem britischen Premierminister Andy Burnham (56) deutlich mit Russland in Verbindung gebracht haben. Das berichtet Burnham jetzt öffentlich.

Im Podcast „The Rest Is Politics“ schilderte der britische Regierungschef ein Gespräch, das er vergangene Woche bei seinem Besuch in Berlin mit Merz geführt habe. Dabei sei es auch um russischen Einfluss auf die europäische Politik und mögliche Verbindungen zur AfD gegangen.

Dann kommt der Satz, der politischen Sprengstoff birgt

Burnham über die angebliche Einschätzung des Kanzlers: „Merz sagte mir, dass die AfD eindeutig mit Russland verbandelt sei – finanziert, glaube ich.“ Ein Satz mit politischem Sprengstoff!

Auf BILD-Anfrage, ob der Bundeskanzler das so dem britischen Premier gesagt hat, antwortet am Dienstagmorgen ein Regierungssprecher zugeknöpft: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu den Inhalten vertraulicher Gespräche grundsätzlich nicht äußern.“ Ein Dementi ist das nicht.

Besonders brisant ist dabei das Wort „finanziert“. Doch Burnham selbst schränkt seine Wiedergabe an dieser Stelle mit „glaube ich“ ein. Unabhängige Belege für eine russische Finanzierung der AfD wurden nicht genannt.

Burnham warnt in dem Podcast eindringlich vor russischer Einflussnahme auf die Demokratien in Europa. Auch Deutschland sei von russischer Desinformation betroffen. Die Bürger in Deutschland und Frankreich müssten verstehen, „dass einige dieser politischen Entwicklungen von unseren Gegnern, insbesondere Russland, gezielt angestoßen werden“.

Russland soll Brexit-Abstimmung beeinflusst haben

Der Briten-Premier wirft Russland vor, sich in das Brexit-Referendum von 2016 eingemischt zu haben. Nach Angaben des Labour-Politikers fragte er nach seinem Amtsantritt in der britischen Regierungszentrale nach, ob es damals russische Einflussnahme gegeben habe. Die Antwort sei eindeutig gewesen: „Ja, das gab es“, berichtete Burnham. Damit ist er der erste britische Regierungschef, der eine russische Einmischung in die Brexit-Abstimmung öffentlich bestätigt. Wie Russland konkret Einfluss genommen haben soll, erläuterte Burnham allerdings nicht.

Widerspruch bekam Burnham von Ex-Premier Boris Johnson (62), der die Brexit-Kampagne damals mit anführte: In seiner Zeit als Premier (2019 bis 2022) hätten ihm die britischen Sicherheitsbehörden versichert, dass es keine Einmischung Russlands in die Anti-EU-Kampagne gegeben habe.