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Braunau am Inn (Österreich) – Einst wurde hier einer der größten Massenmörder der Geschichte geboren. Heute sollen in dem Gebäude Kriminalfälle gelöst werden. Das ehemalige Geburtshaus von Adolf Hitler wurde wiedereröffnet – nicht als Museum, sondern als Polizeistation.

Die Regierung in Österreich will damit verhindern, dass das Geburtshaus von Adolf Hitler weiter als Anziehungspunkt für Neonazis dient. Innenminister Gerhard Karner sagte bei der Eröffnung am Mittwoch: Das Gebäude werde nun „zu einem Ort der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, der Freiheit und der Menschenwürde“.

Hitler kam hier 1889 zur Welt

Am 20. April 1889 wurde der spätere deutsche Reichskanzler in dem Gebäude geboren. Lange war das Haus in Privatbesitz, bis es 2017 nach einem Rechtsstreit enteignet wurde. Eine Expertenkommission sprach sich gegen Abriss und eine Verwendung als Museum aus. Stattdessen empfahl sie eine Umgestaltung mit möglichst geringem Wiedererkennungswert. Seit 2023 wurde das Gebäude für rund 20 Millionen Euro umgebaut. Auf dem Areal mit Nebenbauten und Innenhof sollen Beamte des Bezirkspolizeikommandos und der Polizeiinspektion arbeiten.

Andere Experten hatten sich eine intensivere Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit des Hauses gewünscht. Nur ein Gedenkstein vor dem Haus erinnert an den Nazi-Terror im Zweiten Weltkrieg. 60 Millionen Menschen starben. Im Holocaust wurden zudem rund sechs Millionen Juden ermordet.

„Geschichte durch Umgestaltung neutralisieren“

Das Mauthausen-Komitee Österreich, die Nachfolgeorganisation der Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen, bezeichnete das Konzept am Mittwoch als widersinnig. Vorstandsmitglied Robert Eiter sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): „Wir halten diese Idee, Geschichte durch architektonische Umgestaltung zu neutralisieren, für absurd und unrealistisch.“

Eiter sieht in der neuen Nutzung einen „eklatanten Widerspruch in der staatlichen Gedenkkultur Österreichs“. In der KZ-Gedenkstätte Mauthausen wird Jahr für Jahr feierlich erklärt: „Niemals vergessen!“ Mit Blick auf Hitlers Geburt gelte nun anscheinend: „Möglichst schnell vergessen!“ Das passe nicht zusammen und sei ohnehin realitätsfern, so Eiter weiter: „Die Welt wird nicht vergessen, wo der schlimmste Massenmörder geboren wurde.“