Berlin – Auf Millionen Haushalte in Deutschland kommen 2027 höhere Energiekosten zu! Die Netzentgelte für Strom und Gas steigen im bundesweiten Durchschnitt. Besonders bitter: Beim Gas drohen Verbrauchern zusätzlich kräftige Preisaufschläge. Je nach Tarif könnten die Kosten um bis zu 20 Prozent nach oben schießen. Das zeigen Berechnungen des Vergleichsportals Verivox. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede.

Die Stromnetzentgelte steigen zum Jahreswechsel bundesweit im Schnitt um 1,9 Prozent. Ein Drei-Personen-Haushalt (4000 Kilowattstunden pro Jahr) zahlt rechnerisch rund acht Euro mehr. Ein Grund: Der Bund kürzt seinen Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten. Dieser sinkt 2027 um knapp eine Milliarde Euro auf 5,525 Milliarden Euro.

Besonders auffällig sind die regionalen Unterschiede: In den alten Bundesländern steigen die Stromnetzentgelte durchschnittlich um zehn Euro. In den neuen Bundesländern gehen sie dagegen im Schnitt um drei Euro zurück. Am stärksten legen die Gebühren laut Verivox in Hamburg zu.

Verivox-Energieexperte Thorsten Storck erklärt: „Wie hoch die Netzgebühren ausfallen, hängt auch von den Kosten für den Ausbau und Betrieb der regionalen Stromnetze ab.“

Gas: Bis zu 20 Prozent mehr

Noch unangenehmer könnte es für Gaskunden werden. Die Gasnetzentgelte steigen 2027 im bundesweiten Durchschnitt um rund drei Prozent. Für eine Familie im Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das rechnerisch etwa 19 Euro zusätzliche Kosten pro Jahr. Besonders stark steigen die Gasnetzgebühren demnach in Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Brandenburg.

Der größere Kostentreiber lauert allerdings am Gasmarkt: Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Großhandelspreise deutlich gestiegen. Storck ordnet die Folgen ein: „Die Steigerung der Gasnetzgebühren wird im Vergleich zu den explodierten Großhandelspreisen geringen Einfluss auf die Heizkostenentwicklung der Haushalte in Deutschland haben.“ Seine Prognose dürfte viele Verbraucher aufschrecken: „Wir erwarten zum Jahreswechsel flächendeckende Preiserhöhungen, in denen die Gasversorger die höheren Beschaffungskosten an ihre Kunden weitergeben. Sie werden sich je nach aktuellem Tarif zwischen 10 und 20 Prozent bewegen.“