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Bielefeld (NRW) – Pfefferspray, fliegende Fahrräder, der Biss eines Polizeihundes. Tumultartige Szenen nach dem WM-Spiel der DFB-Elf gegen die Elfenbeinküste! Hunderte zumeist junge Männer, einige von ihnen in Trikots oder mit Deutschland-Fahnen, versammeln sich in der Bielefelder Innenstadt. Die Stimmung ist aufgeheizt, die Polizei mit starken Kräften vor Ort. Es wird gepöbelt, randaliert. Und dann kommt einer auf eine ganz dumme Idee.

Gegen 0.30 Uhr rückte die Polizei mit starken Kräften zum Jahnplatz in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) aus. Der Knotenpunkt gilt als pulsierendes Herz, verbindet historische Altstadt mit der modernen City. In der Nacht auf Sonntag hatten die Beamten aber alle Hände voll damit zu tun, dass die Situation dort nicht völlig eskalierte.

Störer zündeten Pyros

Viele Fans hatten den Abend in den umliegenden Kneipen verbracht und den knappen 2:1-Sieg in letzter Minute verfolgt. Eine Sprecherin der Polizei zu BILD: „Nach dem Spiel kam eine größere Gruppe an Störern zusammen. Es wurde Pyrotechnik gezündet. Beamte wollten die Situation beruhigen und mussten mehrfach einschreiten.“

Videos in den sozialen Medien zeigen, wie sich eine Vielzahl an Personen um Polizeibeamte und Fahrzeuge schart. Die Lage wirkt unübersichtlich, es ist laut, Fahrräder liegen im Weg. Ein Mann mit weißem Shirt und heller Jeans versucht offenbar, die Einsatzkräfte zu provozieren, wird zunächst weggezogen. Kurz darauf rennt er mit Fahne in der Hand nur mit rund einem Meter Abstand an den Beamten vorbei.

Polizeihund beißt Fußballfan

Einer der Polizeihunde beißt zu, erwischt den Randalierer im Gesäßbereich. Er zerrt ihn noch ein paar Meter weiter, bevor der Diensthundeführer das Tier von ihm trennen kann. Mindestens ein Fahrrad wird geworfen, die Beamten halten die aufgebrachte Menge mit Pfefferspray auf Abstand.

Die Sprecherin: „Diese Person läuft immer wieder mit der Fahne schwenkend in Richtung des Hundes. Ein Polizeihund ist ein Einsatzmittel und kann wie jeder andere Hund beißen. Normale Menschen würden da Abstand halten. Dieser Mann hat sich dazu entschieden, es nicht zu tun. Ein ausgebildeter Diensthund beißt nicht ohne Grund.“ Der Gebissene musste behandelt werden, zur Schwere seiner Verletzung machte die Polizei keine Angaben. Erst um 3.22 Uhr wurde der Einsatz beendet, mindestens eine Person kam in Gewahrsam.

Gewalteskalation auch in Hamburg

Auch in Hamburg ist der Fußballabend eskaliert. Nach einem Kneipenbesuch in Barmbek-Nord sind Fans laut Polizei von 30 bis 40 Vermummten mit Messern, Schlagstöcken und Pfefferspray attackiert worden. Nach Informationen der „Hamburger Morgenpost“ sollen die Angreifer ihre Opfer als „Nazi-Schweine“ beschimpft haben. Zwei Menschen wurden leicht verletzt und mussten behandelt werden. Bei Eintreffen der Beamten sind die Angreifer geflüchtet, berichtet die Polizei.