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Berlin – Der Fall Jens Spahn (46, CDU) spaltet nicht nur die Union, sondern auch das ganze Land! Nachdem Ex-Unionsfraktionschef und sein Ehemann Daniel Funke (44) vergangene Woche die Geburt ihres Sohnes Georg in den USA bekannt gemacht hatten, entbrannte eine heftige Debatte über Leihmutterschaft. Jetzt zeigt eine aktuelle INSA-Umfrage für BILD: Das Thema emotionalisiert die Deutschen – mit überraschendem Ergebnis.

Auf die Frage des Meinungsforschungsinstituts, ob es richtig oder falsch ist, dass Leihmutterschaften in Deutschland verboten sind, spricht sich eine knappe Mehrheit gegen das Verbot aus. Knapp 41 Prozent sind demnach dafür, dass Leihmutterschaft in Deutschland legalisiert wird. Um die 39 Prozent finden hingegen, dass das Verbot richtig ist. Jeder Fünfte (20 Prozent) will sich nicht festlegen oder weiß keine Antwort.

So denken die Wähler der Parteien

Auch zwischen den Wählern der unterschiedlichen Parteien gehen die Meinungen weit auseinander. Anhänger von Union (47 Prozent) und SPD (48 Prozent) unterstützen das Verbot mehrheitlich. Wähler von AfD (42 Prozent), Linken (47 Prozent) und FDP (49 Prozent) halten das Verbot dagegen überwiegend für falsch. Bei Grünen und BSW ist das Meinungsbild nahezu ausgeglichen.

Die Umfrage macht deutlich: Beim Thema Leihmutterschaft gehen die Meinungen der Deutschen weit auseinander. Für die einen ist sie eine Chance auf das ersehnte Familienglück von kinderlosen Paaren, für die anderen ein ethisches Tabu und ein Geschäftsmodell auf dem Rücken von Frauen.

Spahn und sein Mann Daniel Funke hatten am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte ihren Sohn Georg zur Welt. Damit umgingen die beiden ein in Deutschland geltendes Verbot, das Spahn als CDU-Politiker mitgetragen hat. Für die Union ist Leihmutterschaft ein hochemotionales Thema. Die Empörung war so groß, dass Spahn am Samstag auf Druck von Bundeskanzler Friedrich Merz (70,CDU) zurücktrat.