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Warschau/Berlin – Spektakuläre Entwicklung im mutmaßlichen Sabotagefall an einer Starlink-Bodenstation in Polen! Zwei türkische Staatsbürger sind in Deutschland festgenommen worden. Die polnische Regierung wirft ihnen vor, an einem Brandanschlag auf die für die Ukraine wichtige Anlage beteiligt gewesen zu sein. Die Männer sollen wegen Sabotage im Auftrag eines ausländischen Geheimdienstes angeklagt werden. Verdacht: Russland könnte hinter der Aktion stecken.

Nach BILD-Informationen kam es am Montag zu einem SEK-Zugriff im Berliner Ortsteil Staaken. Demnach stoppten die Einsatzkräfte einen der beiden Tatverdächtigen auf der Straße am Blasewitzer Ring. Anschließend wurde dessen Mercedes kriminaltechnisch untersucht.

Tusk: „Akt des hybriden Krieges“

Polens Regierungschef Donald Tusk (69) erklärte auf X, die Festnahmen seien auf Veranlassung polnischer Sicherheitsbehörden durch die deutsche Polizei erfolgt. Die Verdächtigen stünden im Verdacht, die Starlink-Station in der Woiwodschaft Masowien angezündet zu haben. Tusk sprach von einem „weiteren Akt des hybriden Krieges“. Die mutmaßlichen Saboteure müssten sich vor der polnischen Justiz verantworten.

Der Fall sorgt seit Wochen für Aufsehen. Am Abend des 23. September war die Starlink-Bodenstation nahe Warschau durch ein Feuer beschädigt worden. Nach Angaben der Behörden wurden die Stromversorgung sowie ein Notstromgenerator getroffen. Verletzt wurde niemand. Die Anlage von US-Milliardär Elon Musk (55) fiel offenbar zwischenzeitlich aus, konnte später aber wieder in Betrieb genommen werden.

Schon unmittelbar nach dem Brand gingen polnische Ermittler von einem möglichen Sabotageakt aus. Die Anlage hat besondere Bedeutung, weil das Starlink-Netz auch für die Ukraine genutzt wird. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 setzt das ukrainische Militär die Satellitenverbindungen für Kommunikation und Drohneneinsätze ein. Polen übernimmt nach eigenen Angaben die Kosten vieler Starlink-Abonnements für die Ukraine.

Russland weist Vorwürfe zurück

Nun verschärft Warschau den Ton deutlich. Der polnische Minister für Sonderdienste, Tomasz Siemoniak (69), sagte, man habe „keinen Zweifel“, dass russische Dienste hinter dem Sabotageakt stünden. Zudem würden russische Geheimdienste zunehmend Personen aus dem kriminellen Milieu anwerben. Belege für diese Vorwürfe wurden bislang nicht öffentlich vorgelegt. Eine Stellungnahme der russischen Botschaft lag zunächst nicht vor. Moskau weist Vorwürfe über russische Sabotage- und Destabilisierungsaktionen in Europa grundsätzlich zurück und spricht regelmäßig von einer „antirussischen Hysterie“.

Die Ermittlungen in Polen und Deutschland laufen weiter. Eine Stellungnahme des in Deutschland zuständigen Bundeskriminalamts lag zunächst nicht vor.