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Teutschenthal (Sachsen-Anhalt) – Jetzt wird es richtig teuer! Das endgültige Aus für das frühere Kali- und Salzbergwerk ist nicht mehr zu verhindern. Erst ging der Betreiber der Giftmülldeponie pleite, dann wurde der Betrieb eingestellt. Alle Mitarbeiter verlieren ihre Jobs – und das Land muss tief in die Tasche greifen.

Am 2. November 2026 eröffnete das Amtsgericht Halle (Saale) das Insolvenzverfahren gegen die GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG. Hintergrund waren stark gestiegene Kosten für die Sicherung der Grube. Das Unternehmen nahm Abfälle an und lagerte sie ein. Doch das Geld reichte laut Firmenangaben nicht mehr, um die Grube langfristig zu sichern.

So viele Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Bis zum 31. Oktober hielten die Beschäftigten den Betrieb noch am Laufen, sicherten die riesige Anlage. Gleichzeitig suchte Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas Flöther nach einem Investor. Offenbar gab es zwar Interessenten, aber keinen Abschluss. Deshalb steht das ehemalige Bergwerk seit einigen Tagen still. Abfälle aus Müllverbrennungsanlagen und der Industrie werden nicht mehr angenommen. Die 90 Mitarbeiter erhalten Kündigungen.

Wie es nach der Insolvenz weitergeht

Dennoch müssen die riesigen Hohlräume weiter gesichert werden. Allerdings kann sich das Unternehmen nach der Insolvenz nicht mehr darum kümmern. „Die GTS verfügt nicht über die notwendigen finanziellen Mittel“, erklärt Prof. Dr. Lucas Flöther gegenüber BILD. Der Insolvenzverwalter weiter: „Das Land Sachsen-Anhalt kann im Wege der Ersatzvornahme agieren, um die Grube zu sichern und zu überwachen.“

Heißt: Das Land muss notwendige Sicherungsarbeiten selbst veranlassen, wenn der eigentliche Verantwortliche sie nicht mehr durchführen kann. Eine entscheidende Rolle dürfte dabei das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) übernehmen. Nancy Eggeling, Sprecherin des Wirtschaftsministeriums, zu BILD: „Das LAGB bereitet die notwendigen Arbeiten und Maßnahmen zur Sicherung und dauerhaften Verwahrung des Bergwerkes vor.“

So teuer wird das Aus fürs Land

Und die Kosten? Astronomisch! Eine frühere Hochrechnung des Wirtschaftsministeriums bezifferte den möglichen Aufwand auf rund 130 Millionen Euro. Diese Summe bestätigt die Sprecherin nun gegenüber BILD: „Mit Aufwendungen in dieser Größenordnung muss über einen längeren Zeitraum gerechnet werden.“

Und, wer soll DAS bezahlen? Das Land Sachsen-Anhalt und somit der Steuerzahler muss für diese Pleite geradestehen, bestätigt die Sprecherin gegenüber BILD!

Die Geschichte des alten Bergwerks

Die Grube erstreckt sich über rund 14 Quadratkilometer, eine Fläche von etwa 2000 Fußballfeldern. Von 1905 bis 1982 wurden dort Kali und Steinsalz abgebaut. Zurück blieben riesige Hohlräume in mehreren Hundert Metern Tiefe, die stabilisiert werden müssen, um Menschen über der Erde zu schützen. Deshalb werden die Hohlräume verfüllt. Zuletzt kam es 1996 zu schweren Gebirgsschlägen.