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Washington – „Taco Bell“ war nur die Spitze des Eisbergs. Der Durchfall ist kein Einzelfall gewesen, sondern hat sich zum Extremfall mit bislang zwei Toten ausgeweitet. Nahezu alle US-Bundesstaaten sind mittlerweile von dem Salat-Komplex betroffen, immer mehr Menschen infizieren sich mit dem Parasiten, der sie oft tagelang ans stille Örtchen fesselt. Eine vergleichbare Durchfall-Welle soll es noch nie gegeben haben.

Nach Angaben der US-Seuchenbehörde CDC sind inzwischen 10.468 Infektionen mit dem Parasiten Cyclospora bestätigt worden. Zusätzlich würden mehr als 12.000 Verdachtsfälle geprüft. Vorläufige Bilanz: 517 Krankenhausaufenthalte und zwei Todesfälle. Die Verstorbenen aus dem Bundesstaat Michigan litten laut Behörden allerdings bereits an schweren Vorerkrankungen.

Durchfall hält tagelang an und kommt wieder

Der Cyclospora-Ausbruch ist der wohl größte jemals registrierte in der Geschichte der USA. Mehrere Medien sprechen bereits von einem Rekordfall. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen sogar noch höher liegen könnten, weil viele Fälle noch untersucht werden.

Der winzige Parasit wird vor allem im Sommer über Lebensmittel oder Wasser übertragen, die mit menschlichen Fäkalien verunreinigt wurden. Im Darm verursacht er heftigen, oft tagelangen Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit und extreme Erschöpfung. Besonders tückisch: Die Beschwerden können zunächst verschwinden und später erneut auftreten.

Spur führt zu Eisbergsalat aus Mexiko

Im Mittelpunkt der Ermittlungen von Lebensmittelbehörde FDA und CDC steht derzeit Eisbergsalat aus Mexiko. Nach den bisherigen Erkenntnissen stammt dieser von Taylor Farms de Mexico. Das Unternehmen rief zahlreiche Produkte zurück, darunter abgepackte Salatmischungen für Supermärkte und Gastronomie.

Was „Taco Bell“ mit dem Fall zu tun hatte

Zwischenzeitlich geriet – letztlich zu Unrecht – vor allem die Fastfood-Kette „Taco Bell“ ins Visier der Ermittler. Zahlreiche Erkrankte berichteten, kurz vor Beginn ihrer Beschwerden dort gegessen zu haben. Die Behörden verfolgten die Lieferwege zurück und fanden so den Zusammenhang zwischen bestimmten Filialen und dem belasteten Eisbergsalat. Das Unternehmen erklärte bereits Mitte Juli, den betroffenen Lieferanten nicht mehr zu verwenden.