Orlando – Der tödliche Angriff auf eine 31-jährige Frau ist der tragische Höhepunkt einer Welle von Alligator-Attacken im US-Bundesstaat Florida. Innerhalb weniger Tage wurden dort drei Menschen von den Reptilien angegriffen, zwei Opfer überlebten verletzt. Den Auftakt der Horror-Serie machte am 21. Juni der Angriff auf einen Schnorchler (19) im Rainbow River. Sechs Tage später biss ein Alligator einen Jungen beim Angeln in die Hand. Der jüngste Vorfall am vergangenen Sonntag endete tragisch. Eine Begleiterin der Frau schilderte der Notrufleitstelle die Konfrontation mit dem Raubtier.
In der Aufnahme, über die unter anderem CBS News und NBC News berichten, sind Schreie und Weinen im Hintergrund zu hören. Die Begleiterin der Verletzten ruft der Disponentin in der Leitstelle verzweifelt zu: „Okay, beide Arme, beide Arme, sind praktisch ab.“ Die Mitarbeiterin versucht, sich ein Bild von der Lage zu machen. Sie fragt: „Sind ihre Arme noch an ihrem Körper befestigt?“ Antwort der Anruferin: „Einer hängt nur noch an einem Fetzen, der andere ist ab.“ Als die Disponentin erneut nachfragt, wo sich der andere Arm befinde, antwortet sie nur mit einem Wort: „Weg.“ Anschließend sind weitere Schreie zu hören, während der Freund der Frau und die Begleiterin die eintreffenden Rettungskräfte auf sich aufmerksam machen.
Der Angriff des Reptils
Nach Angaben der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) war die Gruppe im Little Big Econ State Forest unterwegs. Im dortigen Econlockhatchee River wollten sie wohl schwimmen gehen. Im rund 90 Zentimeter tiefen Wasser griff plötzlich ein Alligator an und packte die Frau an beiden Armen. Ihr Freund kämpfte noch darum, sie aus dem Griff des Reptils zu befreien – ohne Erfolg.
Die Frau aus Orlando starb, bevor Rettungskräfte sie ins Krankenhaus bringen konnten, sagte FWC-Sprecher George Reynaud Eller. Ron Hopper, stellvertretender Leiter des Sheriffbüros von Seminole County, sprach von einem „absolut tragischen Vorfall“. Die Identität des Opfers wurde bislang nicht veröffentlicht, da die Behörden zunächst ihre Angehörigen informieren wollten. Unterdessen wurden zwei rund vier Meter große Alligatoren eingefangen, die in der Nähe des Unglücksortes gesichtet worden waren. Von beiden Tieren wurden DNA-Proben an ein Labor geschickt, um festzustellen, welches Reptil die Frau angegriffen hat.