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Da flogen die Fetzen! Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (63, SPD) hat die CDU bei Louis Klamroth (35) in „Hart aber fair“ scharf attackiert. Grund für seinen Zorn: Der Umgang mit Ex-Arbeitsministerin Bärbel Bas (58, SPD), die um ihre Stieftochter trauert und zurückgetreten ist. Die CDU hatte Bas zuletzt immer wieder Verzögerungstaktik vorgehalten. „Mit Bärbel Bas ist man sehr unfair umgegangen“, wetterte Lauterbach jetzt. „Das hat sie nicht verdient. Sie ist ein sehr feinfühliger, ein sehr feiner Mensch. Und sie hat sich das sehr zu Herzen genommen. Das tut mir persönlich sehr leid. Wir verlieren ein riesiges Talent!“

„Den ganzen Sommer wurde in Deutschland über Reformen diskutiert“, konterte NRW-Minister Nathaniel Liminski (41, CDU). „Dass man dann erwartet, dass es dann irgendwann Gesetzesentwürfe gibt, das ist zumindest nicht unbotmäßig. Zumal die Ministerin ja die Entwürfe nicht selber schreibt. Dieses Ministerium hat 1500 Mitarbeiter und drei beamtete Staatssekretäre. Da ist es nicht irgendwie unverschämt, wenn man fragt, ob es möglich wäre – zu einem Thema, das die ganze Gesellschaft bewegt – einen Entwurf zu bekommen.“

„Ich bin richtig wütend!“

„Wir dürfen uns nicht dumm stellen!“, polterte Lauterbach prompt. Im Streit um die Rente mit 63 habe man versucht, Bärbel Bas zu „überrumpeln“, sie solle einfach alles umsetzen, was die Rentenkommission vorgeschlagen hatte. Damals hatte Bas die Reform sogar als „Gesamtkunstwerk“ gerühmt, an dem nichts mehr geändert werden dürfe. „Wir aber“, so der Ex-Minister, „wollten darüber noch einmal grundsätzlich diskutieren.“ Und dass die Union dann Druck auf Bas machte, sei „nicht würdig“.

„Ich war schockiert!“, assistierte Ex-Linke-Chef Jan von Aken (65) und pöbelte: „Was ist mit dieser CDU passiert? Das war mal eine christliche Partei mit christlichen Werten! Die haben überhaupt keinen Anstand mehr! Diese CDU ist nur noch ein herzloser Verein von karrieregeilen Männern. Ich bin richtig wütend!“

Was Lauterbach von der Union will

„Mit Blick auf den menschlichen Umgang miteinander sollten wir sehr vorsichtig sein, Kopfnoten zu verteilen“, mahnte Liminski. „Die SPD in Nordrhein-Westfalen strengt in diesen Wochen einen Untersuchungsausschuss gegen eine krebskranke Ministerin an. Das finde ich jetzt auch nicht supermenschlich. Also insofern: Vorsicht mit den Krokodilstränen!“

Lauterbach zum Schluss über das politische Ziel hinter seiner Kritik: „Ich fände es einfach großartig, wenn die Union bereit wäre zu sagen: Hier haben wir möglicherweise einen Fehler gemacht. Das fände ich ehrlich und besser.“ Aber: „Wenn man den Koalitionspartner als unmenschlich bezeichnet“, warnte Politikredakteurin Sophie-Marie Schulz von der „Berliner Zeitung“, „wie will man denn dann noch zusammenarbeiten?“