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Nürnberg – Im Iran werden Frauen von den Straßen gezerrt und verhaftet, wenn sie ihr Kopftuch nicht korrekt tragen, und auch in Afghanistan und in Syrien werden sie zwangsverschleiert. Der Bayerische Rundfunk (BR) dagegen feiert in einem Beitrag die Verschleierung auf deutschen Straßen als Modetrend! Und zwar als einen so erfolgreichen, dass sich angeblich auch nichtmuslimische Frauen in Bayern anschließen.

Der verstörende Bericht des ARD-Senders zeigt am Anfang Bikinis und kurze Hosen und beschreibt, dass im Sommer die Kleidung für Frauen knapper wird. „Sie zeigen Haut und ziehen damit auch Blicke auf sich.“ Dann der Schwenk zu Hidschab, Kopftüchern und Ständern voller weiter und verhüllender Kleidung. Der BR weiter: „Ein Gegentrend, ‚Modest Fashion’. Mode, die weniger Haut zeigt und den Körper größtenteils bedeckt.“ Das englische Wort „modest“ kann „bescheiden“ bedeuten – oder „züchtig“, „schamhaft“.

Vergleich mit Handy-Hüllen

Szenenwechsel: ein Verschleierungs-Shop in Nürnberg. Die Inhaber des Ladens für scharia-konforme Mode, Selda Dastan und ihr Mann Ahmed, betonen, wie schön und wichtig es für Frauen doch sei, keine Haut zu zeigen. Auch, weil im islamischen Glauben Frauen bedeckt sein müssen. Kein Widerspruch von den TV-Machern …

Auch nicht, als Ahmed sich zu einem absurden Bild hinreißen lässt: Er vergleicht Frauen mit Handys! Diese bewahre man ja auch mit einer Hülle vor Schaden. „Was wichtig ist, muss auch geschützt werden“, sagt er. „Eine Frau ist auch sehr wichtig mit allen Körperteilen. Sie sollte kein Objekt für andere Männer sein.“ Die Botschaft: Deshalb soll sie verhüllt sein.

Verschleierung als Zeichen von Selbstbewusstsein

In Deutschland kämpfte die Frauenbewegung seit den 1960er Jahren darum, dass Frauen tragen können, was sie wollen. Sie emanzipierten sich etwa durch den Minirock von den bis dahin immer kniebedeckten Röcken. Der Bayerische Rundfunk dagegen deutet die Vollbedeckung als neue Emanzipierung um und behauptet: „Modest Fashion hat sich zu einem weltweiten Modetrend entwickelt.“

Nächste Szene: Eine nichtmuslimische Dame betritt den Laden. Die Stimme im Off dazu: „Dass Modest Fashion längst nicht nur für muslimische Frauen interessant ist, zeigt auch die Kundschaft. Barbara Schmidt hat diesen Stil für sich entdeckt.“ Sie kommt zu Wort und sagt: „Ich war neugierig, was hier Neues entsteht. Und jetzt bin ich noch mehr erfreut, dass diese Sachen auch für mich tragbar sind. Weil ich ja keine kulturelle Aneignung betreiben will, sondern auch etwas für mich haben möchte. Haut zeige ich in meinem Alter ohnehin nicht mehr so viel.“

Außerdem wird im Bericht behauptet: „Geprägt wurde diese Bewegung von muslimischen und jüdischen Designerinnen. Heute sprechen die Kollektionen auch Frauen an, die Mode als Zeichen ihres Selbstbewusstseins sehen.“ Das dürften Millionen Frauen in Iran und Afghanistan, die nicht die Wahl haben, anders sehen.