Washington/Leverkusen – Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer hat im milliardenschweren US-Rechtsstreit um mutmaßliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat einen entscheidenden Sieg vor dem Obersten Gerichtshof der USA errungen.

Der Supreme Court in Washington entschied am Donnerstag, dass die Zulassungsvorgaben der US-Bundesbehörden Vorrang vor dem Recht einzelner Bundesstaaten haben. Damit entzogen die Richter Tausenden Klagen wegen angeblich unzureichender Krebs-Warnhinweise auf dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup die Grundlage. Bayer hatte argumentiert, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA den Wirkstoff als nicht krebserregend einstuft und entsprechende Warnhinweise daher nicht zulässig seien.

Der Dax-Konzern aus Leverkusen (Nordrhein-Westfalen) begrüßte das Urteil in einer Stellungnahme als „gut für die Wissenschaft, Landwirte und für Branchen, die auf regulatorische Klarheit für Innovationen angewiesen sind“. Der Gerichtsentscheid werde helfen, die Klagewelle signifikant einzudämmen, teilte Bayer weiter mit. Aktuelle Klagen dürften abgewiesen und künftige verhindert werden. Der Prozess hatte sich beinahe über ein Jahrzehnt hingezogen.

Die Börse reagierte umgehend auf das Gerichtsurteil. Der Wert der Bayer-Aktie stieg gegen 16.30 Uhr auf mehr als 45 Euro – ein Anstieg von rund 15 Prozent.

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