TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

München – Hauskäufer müssen jetzt noch tiefer in die Tasche greifen! Die Bauzinsen sind auf knapp 4,5 Prozent gestiegen. So teuer waren Immobilienkredite zuletzt 2009, mitten in der weltweiten Finanzkrise. Für Käufer kann das Tausende Euro Mehrkosten im Jahr bedeuten.

Das zeigen Zahlen des Finanzierungsvermittlers Interhyp. Noch im Mai lagen die Bauzinsen bei durchschnittlich 3,9 Prozent. Verglichen werden Kredite mit einem festen Zinssatz für zehn Jahre.

Fast 200 Euro mehr im Monat

Was bedeutet das für Käufer? Bei einer durchschnittlichen Finanzierung bedeutet der jüngste Zinsanstieg laut Interhyp-Chef Jörg Utecht fast 200 Euro mehr Monatsrate. Das macht rund 2400 Euro zusätzlich im Jahr! Wie hoch die Mehrkosten tatsächlich ausfallen, hängt vom jeweiligen Kredit ab.

Doch nicht nur die Zinsen erschweren den Hauskauf. Laut Landesbausparkasse Süd fehlt gerade jungen Menschen und Familien oft das nötige Eigenkapital. Hinzu kommen hohe Baukosten und Nebenkosten beim Kauf.

Warum die Bauzinsen steigen

Ein Grund ist der Iran-Krieg. Die gestiegenen Energiepreise schüren die Angst vor einer neuen Inflationswelle. Anleger verlangen deshalb höhere Zinsen, wenn sie langfristig Geld verleihen. Das macht auch Hauskredite teurer.

Und eine Entspannung ist nicht in Sicht! Interhyp-Chef Jörg Utecht rechnet erst mit deutlich sinkenden Bauzinsen, wenn sich der Iran-Krieg dauerhaft beruhigt. Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus.

Käufer können beim Preis handeln

Immerhin gibt es einen Lichtblick: Viele Verkäufer sind inzwischen bereit, beim Preis nachzugeben. „Wenn die Zinsen deutlich hochgehen, müssen die Preise runter“, sagt Dirk Wohltorf, Präsident des Immobilienverbands Deutschland.

Gerade bei bestehenden Häusern und Wohnungen sind laut Interhyp deshalb Preisnachlässe möglich. Denn viele Käufer können sich wegen der gestiegenen Kreditkosten die ursprünglich verlangten Preise nicht mehr leisten.