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Baerbock kritisiert Einreise-Politik – „Muss von der Fifa aufgearbeitet werden“

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Gezapft wird Bitburger, an der Theke gibt es Käsespätzle und Brezeln, der inoffizielle Dresscode: Deutschlandtrikot. Es ist ein bemerkenswerter Ort, den der Deutsche Fußball-Bund (DFB) da im New Yorker Szenebezirk Chelsea ins Leben gerufen hat. Rund 3500 Gäste in der ersten Woche zählte der DFB, beim Auftaktspiel gegen Curaçao kam es sogar zum Einlassstopp.

Tatsächlich hat sich in New York bereits herumgesprochen, dass im DFB-Haus regelmäßig deutsche Fußball-Prominenz anzutreffen ist. Rudi Völler, Sami Khedira und Almuth Schult waren schon da, Mario Götze und Jürgen Klinsmann kommen in den nächsten Tagen.

Am vergangenen Mittwoch ist das German House ebenfalls voll ausgebucht. Hunderte Fans aus Deutschland, aber auch aus vielen anderen Ländern der Welt sind gekommen, um Thomas Müller zu sehen, der den Ehrenpreis Deutscher Fußball Botschafter 2026 überreicht bekommt. Vor Müller auf der Bühne: DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Annalena Baerbock, die Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen und ehemalige deutsche Außenministerin.

In ihrer Laudatio übt sie Kritik an der Fifa und an der Regierung des Ausrichterlandes USA. „Der Sport verbindet. Aber auch, weil alle wissen, sie müssen sich an die Regeln halten. Würde es in der Welt ein bisschen mehr zugehen wie auf dem Fußballplatz, wo klar ist, dass auch der größte Superstar sich an die Regeln halten muss, dann wäre unsere Welt ein Stück friedlicher.“

Der Sport lebe davon, dass er verbinde und Menschen durch ihn zusammenkommen könnten, so die 45-Jährige. „Daher ist eben auch der Punkt mit Blick auf Einreise mit Visa keine Nebensächlichkeit, sondern Menschen können nur zusammenkommen, den Fußball feiern, wenn ihnen das auch überall ermöglicht wird“, sagt Baerbock. „Das ist eine Sache, die in dieser WM und nach der WM natürlich auch von der Fifa aufgearbeitet werden muss.“

Die Einreisebestimmungen in den USA sind ein großes Thema rund um das Turnier. Mehrere Nationen sind davon betroffen. Baerbock hatte die Fifa für ihre Zurückhaltung zuletzt schon in einem Podcast kritisiert – vor allem wegen des somalischen Schiedsrichters Omar Artan, der nicht ins Land durfte. Auch die Preispolitik der Fifa kritisiert Baerbock – zumindest indirekt –, als sie im German House von der „tollsten deutschen Erfindung überhaupt“ spricht: „Die 30-Euro-Eintrittskarte bei der Europameisterschaft in Deutschland“.

Die Debatte um die Karten, die oft für Wucherpreise über den Zweitmarkt verkauft werden, verfolgt man beim DFB ebenfalls genau, wie Holger Blask durchblicken lässt. Der Verband hat zu einem Pressegespräch mit dem 49-jährigen DFB-Generalsekretär geladen. Blask ist als Vorsitzender der Geschäftsführung beim DFB gleichzeitig für Marketing, Vertrieb und Events verantwortlich, und steuert darüber hinaus auch die Geschäftsbereiche Politische Beziehungen, Gesellschaft und Sicherheit.

Was Blask von der Preispolitik im Zuge des Turniers hält, macht er im Gespräch zwar deutlich. Eine Sprecherin des Verbandes wird im Nachhinein jedoch keine der Aussagen freigeben. Nur so viel heißt es beim DFB dazu: Der Verband habe sehr spät von der Preisgestaltung der Fifa erfahren und daraufhin auf ein Kontingent an Karten in der 60-Dollar-Kategorie gedrängt. Man werde sich auch „weiterhin dafür einsetzen, dass so viele Menschen wie möglich an Turnieren teilhaben können“.

Jan Klauth ist US-Korrespondent mit Sitz in New York.