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Stuttgart – Ein Tisch für zwei, ein schöner Abend, Zeit füreinander: Für Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (60, Grüne) und seine Frau Flavia Zaka (40) ist das im Alltag nicht selbstverständlich. Das Paar muss sich gemeinsame Zeit ganz bewusst nehmen. Dabei gelten sogar besondere Regeln für ihre Restaurantbesuche.

„Die Zeitfenster, in denen wir private Gespräche zu Themen führen können, die auch in die Tiefe gehen, sind ziemlich selten“, sagte Zaka der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sehe sich das Paar morgens und abends, doch diese Zeit sei nicht ausschließlich für sie reserviert. „Aber gerade deshalb gehen wir viel bewusster damit um.“

Bei gemeinsamen Restaurantbesuchen ziehen die beiden deshalb klare Grenzen: Alltagsprobleme sollen beim Essen zu zweit außen vor bleiben. Statt über Stress und Schwierigkeiten zu sprechen, wollen sie sich auf positive Dinge konzentrieren. „Wir alle neigen dazu, über Probleme des Alltags zu sprechen, und dann bleibt nicht genug Zeit für das, was sich gut anfühlt“, sagte die First Lady. „Wir wollen dann über das sprechen, was uns Hoffnung gibt und worauf wir uns gemeinsam freuen.“

Bewusst schöne Gespräche zu führen, fällt nicht immer leicht. Für Zaka ist es tägliche Übung, den Blick auf das Positive zu richten. „Es ist – so naiv es auch klingen mag – eine Übung, Raum dafür zu schaffen. Es erfordert Disziplin.“

Handy bleibt beim Essen aus

Beim gemeinsamen Essen wollen Özdemir und seine Frau außerdem möglichst wenig Ablenkung. Ihre Smartphones sollen deshalb zur Seite gelegt werden. Doch auch das klappt nicht immer. „Wenn wir gemeinsam essen gehen, versuchen wir, unsere Handys bewusst zur Seite zu legen – was uns leider nicht immer gelingt.“

Die Juristin lebt seit rund einem Jahr in Baden-Württemberg. Mit Özdemir und dessen Sohn wohnt sie derzeit in einer Wohnung in der Stuttgarter Innenstadt. Demnächst soll die Familie in die Dienstvilla des Ministerpräsidenten auf dem Gelände von Schloss Solitude am Stuttgarter Stadtrand ziehen.

Geheiratet hatten Zaka und Özdemir wenige Wochen vor der Landtagswahl im Frühjahr. Die Trauung übernahm Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (54, parteilos).

Wie glücklich ihre Beziehung ist, macht Flavia Zaka nicht von gemeinsamen Restaurantbesuchen oder ungestörten Abenden abhängig. Für sie zählt vor allem das Gefühl der Nähe. „Unabhängig davon, ob wir Zeit zu zweit haben oder nicht, fühlen wir uns sehr verbunden.“